Freskenzyklen mit Szenen aus dem Leben der Hl. Stephanus und Johannes d.T., Renaissancefresken im Dom von Prato, Italien.
Die Storie di santo Stefano e san Giovanni Battista sind ein Freskenzyklus von Filippo Lippi und seinen Gehilfen, ausgeführt zwischen 1452 und 1465 in der Cappella Maggiore des Doms von Prato. Er bedeckt 400 m² auf den beiden Seitenwänden und der Stirnwand: links die Geschichten des heiligen Stephanus, rechts die des heiligen Johannes des Täufers, dazu die vier Evangelisten in den Zwickeln des Gewölbes und ein von Lippi entworfenes Fenster.
1440 stellte Prato 1.200 Goldflorin für die Ausmalung der Hauptkapelle bereit; der Propst Geminiano Inghirami wandte sich zuerst an Fra Angelico, der ablehnte, 1452 nahm Filippo Lippi den Auftrag an und ließ sich mit Fra Diamante in Prato nieder. Die Arbeit dauerte vierzehn Jahre und endete 1465 unter Carlo di Cosimo de' Medici; Lippi ging im Jahr darauf nach Spoleto. Im Oktober 1993 mit einem schwarzen Stift beschädigt, wurde der Zyklus ab 2001 restauriert, die Kapelle 2007 wiedereröffnet.
Die beiden Wände stellen Stephanus, den Schutzpatron von Prato, Johannes dem Täufer, dem Beschützer des nahen Florenz, gegenüber; so verbindet die Kapelle zwei städtische Identitäten. Im Begräbnis des heiligen Stephanus, das in einer frühchristlichen Basilika spielt, malte Lippi Zeitgenossen unter die Trauernden: Papst Pius II. in Rot, dahinter Carlo di Cosimo de' Medici und daneben das Selbstbildnis des Künstlers. Die Gestalt der Salome im Gastmahl des Herodes trägt vielleicht die Züge von Lucrezia Buti.
Der Zyklus bedeckt 400 m2 auf den beiden Seitenwänden und der Stirnwand der Cappella Maggiore und wird von oben nach unten gelesen, wobei die Lebensgeschichten der beiden Heiligen einander spiegeln. Seit der Wiedereröffnung 2007 ist für den Besuch der Kapelle ein Eintrittsticket nötig. Vieles wurde a secco gemalt, daher sind Details wie die Vasen im Gastmahl des Herodes heute nur noch Schemen.
In der Grablegung des heiligen Stephanus, die in einer frühchristlichen Basilika spielt, malte Lippi sein Selbstporträt neben dem rot gekleideten Papst Pius II. und Carlo di Cosimo de' Medici und reihte sich damit unter die Trauernden ein.
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