Villa Schneider, Jugendstilvilla in Biella, Italien
Villa Schneider ist ein zweigeschossiges Jugendstilgebäude an der Piazza Lamarmora in Biella, an der Ecke Via Micca und Via Gramsci. Die helle Putzfassade hat im Erdgeschoss einen Portikus mit drei Rundbögen auf Säulen, darüber eine Steinbalustrade, und im Obergeschoss rechteckige Fenster mit grauen Läden unter einem flachen, schneebedeckten Dach.
Nach dem Waffenstillstand vom 8. September 1943 wurde die Villa von deutschen und italienischen Truppen beschlagnahmt und in ein Hauptquartier der Militärpolizei und ein Verhörzentrum umgewandelt. Dieser militärische Einsatz prägte die Bedeutung des Gebäudes in der Kriegsgeschichte der Stadt.
Der Name der Villa geht auf Daniele Schneider zurück, den elsässischen Industriellen, der das Gebäude 1919 kaufte. Seit Januar 2018 hat das Erdgeschoss den Provinzausschuss Biella der ANPI, des Nationalen Verbands der Italienischen Partisanen, inne, der den Ort als Erinnerungsort an die nationalsozialistisch-faschistische Besatzung bewahrt.
Die Villa liegt an der Piazza Lamarmora, Ecke Via Micca und Via Gramsci, wenige Schritte vom historischen Zentrum Biellas entfernt. Im Erdgeschoss hat seit Januar 2018 das Provinzkomitee der ANPI seinen Sitz; Besuche werden daher mit diesem Komitee vereinbart und nicht nach festen Museumszeiten.
Im Obergeschoss richteten zwei Italiener, darunter ein Geistlicher, den Sender Radio Baita ein, der dem Partisanensender Radio Libertà Gegeninformationen entgegensetzte und gefangene Partisanen Erklärungen verlesen ließ, in denen sie ihre Behandlung lobten und Kameraden zur Aufgabe aufforderten. Im Nachkriegsprozess behaupteten die Angeklagten, der Sender habe deutsche Soldaten und italienische Partisanen gegen die Republik von Salò zusammenbringen sollen.
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