Church of Santa Maria di Cartiganano, Romanische Kirche in Bussi sul Tirino, Italien.
Santa Maria di Cartignano ist eine verfallene Benediktinerkirche bei Bussi sul Tirino mit einem dreischiffigen, dachlosen Innenraum sowie einer erhaltenen Fassade und Apsis. Die Kirche ist ab 1021 als Zelle unter der Abtei Montecassino belegt und wurde 1065 ein eigenständiges Kloster. Nach Überschwemmungsschäden und Aufgabe wird sie seit 1968 als gesicherte Ruine erhalten.
Eine päpstliche Bulle von 1021 erwähnt eine Benediktinerzelle in Cartignano, die dem heiligen Benedikt geweiht und von Montecassino abhängig war, nach einer Landschenkung des Priesters Anserano. Im Jahr 1065 wurde sie mit dem Kauf der Kirche San Gaudenzio und 100 moggia Land zu einem echten Kloster mit einer Mönchsgemeinschaft. Zwischen 1079 und 1216 unterstand sie der Jurisdiktion von San Liberatore a Majella, und Ende des 14. Jahrhunderts endete das klösterliche Leben.
Die Kirche bewahrt heute nur noch Wandfragmente mit figurativen Darstellungen, besonders eine Christusfigur in der Apsis, während die meisten ursprünglichen Fresken sich im Nationalmuseum von L'Aquila befinden.
Die dachlose Ruine steht an der Straße SS153 bei Bussi sul Tirino, von der Fahrbahn aus sichtbar und mit dem Auto erreichbar. Nach der Restaurierung von 1968 wurde der Ort gesichert und zugänglich gemacht, doch es gibt weder Wasser noch Strom. Schwemmsedimente des Baches Parata haben die einstigen Klostergebäude verschüttet, sodass nur die Kirche selbst zu besichtigen ist.
Die Außenwände enthalten römische Architektur-Fragmente, die aus älteren Strukturen wiederverwendet wurden und mittelalterliche Baupraktiken dokumentieren. Diese Materialwiederverwertung war eine gängige Methode beim Kirchenbau der Zeit.
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