Procida, Insel in der Bucht von Neapel, Italien
Procida ist eine kleine Insel in der Bucht von Neapel, Region Kampanien, die zum Metropolitangebiet Neapel gehört. Sie ist die kleinste der phlegräischen Inseln und besteht aus schwarzen Sandstränden, engen Gassen und einem kompakten Ortsbild aus farbigen Häusern auf einer felsigen Halbinsel.
Procida war seit der griechischen Kolonisierung bewohnt und diente im Mittelalter als strategischer Stützpunkt zum Schutz der Küste vor Piraten und fremden Invasoren. Das alte Dorf Terra Murata, das im 15. Jahrhundert mit Mauern befestigt wurde, war der Kern dieser Verteidigung und ist noch heute der älteste erhaltene Teil der Insel.
Der Fischerhafen Corricella, einer der ältesten noch genutzten Häfen der Bucht von Neapel, ist das Herzstück des Insellebens. Kleine Boote liegen an der Kaimauer, und die Häuser in Rosa, Gelb und Blau steigen direkt vom Wasser auf, Wäsche hängt zwischen den Fenstern.
Die Insel ist zu Fuß gut zu erkunden, da die meisten Orte über Treppen und Fußwege verbunden sind; ein Mietfahrrad oder ein Roller eignen sich für weitere Strecken. Ein Besuch außerhalb der Sommermonate ermöglicht ruhigere Spaziergänge und eine direktere Begegnung mit dem Alltagsleben.
Der französische Dichter Alphonse de Lamartine verliebte sich im 19. Jahrhundert in ein Mädchen von der Insel und schrieb seinen Roman Graziella nach dem Erlebnis. Obwohl die Geschichte teilweise erfunden ist, trägt eine kleine Gedenkstätte auf der Insel noch heute seinen Namen.
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