Waaghaus, Mittelalterliches Gebäude in Bozen, Italien
Das Waaghaus ist ein mittelalterliches Handelsgebaude in der Altstadt Bolzanos, das durch massive Steinmauern und Holzbinder gekennzeichnet ist. Die Struktur zeigt typische Merkmale der Tiroler Architektur mit engen Proportionen und funktionalen Details aus seiner Handelsnutzung.
Das Waaghaus war bis 1780 Sitz der öffentlichen Waage. 1343 belehnten die Grafen von Tirol zwei Bürger mit Haus und Waagamt; von 1368 bis 1633 hatten die Vintler, dann die Wolkenstein das Amt inne. Am 1. Januar 1855 eröffnete hier die erste Bozner Sparkasse.
Der Name Waaghaus stammt von der öffentlichen Waage, die hier bis 1780 betrieben wurde und nach den Marktordnungen Getreide und Flüssigkeiten maß. Ein Fresko von Albert und Rudolf Stolz am Verbindungsbogen zeigt die alten Waagen, unter den Lauben ist eine Kreuzigung von Silvester Müller aus dem frühen 16. Jahrhundert erhalten. Seit 2020 beherbergt das Gebäude den Kulturtreffpunkt Waag und die Bozner Büros der Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino.
Das Waaghaus liegt zentral in der Altstadt und ist von außen zu besichtigen, wodurch man die mittelalterliche Architektur und Details ohne Eintritt sehen kann. Der Ort ist zu Fuß leicht zu erreichen und bietet Fotomöglichkeiten von klassischen Winkeln aus.
Das Fresko auf dem Schwibbogen, der das Waaghaus mit dem nächsten Laubenhaus verbindet, wurde von Albert und Rudolf Stolz im frühen 20. Jahrhundert gemalt und zeigt die öffentliche Waage in historisierender Absicht. Auf der Gegenseite unter den Lauben ist ein Kreuzigungsfresko von Silvester Müller aus dem frühen 16. Jahrhundert erhalten.
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