Futai-ji Temple, Buddhistischer Tempel in Nara, Japan.
Futai-ji ist ein Shingon-Ritsu-Tempel im Viertel Hōren-chō in Nara. Seine Haupthalle, erbaut in der späten Kamakura-Zeit, hat ein Walmdach aus dunkelgrauen Ziegeln und eine Fassade, die durch Holzpfeiler in Joche mit weißen Wänden und Gitterfeldern unterteilt ist. Die Halle beherbergt eine stehende Shō-kannon-Statue, flankiert von fünf Myō-ō-Figuren.
Der Tempel wurde 847 gegründet, als ein Mitglied der kaiserlichen Familie eine ehemalige Residenz in einen religiösen Ort umwandelte. Diese Umgestaltung zeigt, wie bedeutende Familien während der Heian-Zeit ihre Güter in spirituelle Zentren verwandelten.
Der Tempel heißt auch Narihira-dera nach seinem Gründer, dem Dichter Ariwara no Narihira, dem die Schnitzerei der Hauptfigur des Shō-kannon zugeschrieben wird. Auf dem Gelände wachsen Forsythien, Kamelien, Iris und Chrysanthemen, im Spätherbst rote Ahorne und Nandina. Die Haupthalle birgt einen hölzernen Shō-kannon mit zwei schleifenförmigen Aufsätzen am Kopf sowie fünf Myō-ō mit ungewöhnlich milden Gesichtern und Haltungen.
Futai-ji liegt im Viertel Hōren-chō nördlich der Naraer Innenstadt. Von der Kintetsu-Station Shin-Ōmiya sind es etwa 1 km, also 13 Minuten zu Fuß; Busse von JR Nara oder Kintetsu Nara halten an der Haltestelle Ichijō Kōkō-mae (Futai-ji-guchi), von dort 7 Minuten zu Fuß. Haupthalle, der Sockel der zweistöckigen Pagode und das Südtor von 1317 stehen nahe beieinander, der Rundgang ist kurz.
Der Shō-kannon der Haupthalle soll der Überlieferung nach von Narihira selbst geschnitzt worden sein, doch sein Stil weist auf das 10.–11. Jahrhundert. Es ist eine aus einem Block gearbeitete Figur in kräftiger Farbfassung, deren Kopf zwei bandartige Aufsätze trägt, eine seltene Besonderheit. Eine von der Kulturbehörde verwahrte hölzerne Shō-kannon-Figur soll einst das Gegenstück gebildet haben.
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