Hokke-ji, Buddhistischer Tempel in Nara, Japan
Hokke-ji ist ein buddhistischer Tempel in Nara, Japan, der mehrere traditionelle Holzbauten wie eine Haupthalle, ein südliches Tor und einen Glockenturm umfasst. Die Gebäude liegen in einem ruhigen Garten mit Kieswegen, gepflegten Bäumen und offenen Innenhöfen, die den typischen Aufbau japanischer Tempelanlagen zeigen und durch niedrige Mauern und Natursteinelemente gegliedert sind.
Die Kaiserin Kōmyō gründete Hokke-ji im Jahr 745 als zentrales Kloster für Frauen innerhalb des buddhistischen Netzwerks in Japan. Diese Einrichtung diente als Hauptanlaufstelle für Nonnen in der Nara-Zeit und wurde nach mehreren Bränden und Zerstörungen im 17. Jahrhundert wieder aufgebaut, wodurch die heutigen Gebäude aus dieser Erneuerungsphase stammen.
Der Name Hokke-ji verweist auf das Lotos-Sutra; der formelle Name lautete Hokke Metsuzai-ji, „Lotos-Tempel zur Tilgung der Sünde“. Die Jūichimen-Kannon ist ein Hibutsu und nur an bestimmten Tagen im Frühling und Herbst zu sehen. Der Legende nach schuf der Gandhara-Bildhauer Mondōshi die Statue nach dem Antlitz der Kaiserin Kōmyō, doch entstand sie im frühen 9. Jahrhundert.
Das Tempelgelände ist normalerweise tagsüber für Besucher geöffnet, und ein ruhiger Spaziergang durch die Höfe und Hallen dauert etwa eine halbe Stunde. Die Wege sind eben und aus Kies oder Stein, allerdings gibt es einzelne Stufen beim Betreten der Gebäude, sodass Rollstuhlfahrer möglicherweise Hilfe benötigen oder einige Bereiche nicht vollständig zugänglich sind.
Das Kamaburo auf dem Gelände ist ein Dampfbad, 1766 wiedererrichtet und als wichtiges materielles Volkskulturgut geschützt, nicht als Baudenkmal. Der Legende nach wusch Kaiserin Kōmyō hier eigenhändig den Schmutz von tausend Menschen; später öffneten die Nonnen es für einfache Bürger. Seine heutige Gestalt stammt aus der Edo-Zeit.
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