Umm al-Amad, Lebanon, Archäologische Stätte im südlichen Libanon
Umm al-Amad ist eine über sechs Hektar große hellenistisch-phönizische Stätte auf einem niedrigen Hügel bei Naqoura mit zwei Tempeln: dem Tempel der Milk‘ashtart und dem Osttempel mit Thronkapelle. Die Tempel stammen aus der Zeit zwischen 287 und 222 v. Chr., und 23 phönizische Adorationsstelen wurden dort gefunden.
Umm al-Amad wurde in persischer oder hellenistischer Zeit errichtet; seine beiden Tempel stammen aus den Jahren 287 bis 222 v. Chr. Römische Gebäude wurden nicht gefunden, wohl aber Spuren einer byzantinischen Wiederbesiedlung. Ernest Renan begann 1861 mit den Ausgrabungen und brach sie ab, als er feststellte, dass die Reste nicht älter als die hellenistische Epoche waren. Maurice Dunand leitete die Arbeiten 1943–1945.
Der arabische Name Umm al-Amad bedeutet „Mutter der Säulen“ nach den dortigen Säulenresten; der antike Name Hammon lebt im nahen Wadi Hamol und im Dorf Hamul fort. Zu den Funden zählen 23 phönizische Adorationsstelen mit stehenden Figuren und ein phönizischer Sonnenuhrstein. Zwei steinerne Sitze der Astarte wurden gefunden, einer in der Thronkapelle des Osttempels.
Die Stätte liegt auf einem niedrigen Hügel in einer felsigen, zum Meer abfallenden Ebene beim Wadi Hamoul, direkt nördlich von Naqoura. Die Gemeinde Naqoura reinigte und ordnete die Stätte 2015, um sie für Besucher und Forscher herzurichten. Der Boden ist uneben und Teile der Ausgrabungen liegen frei, festes Schuhwerk ist daher ratsam.
Zu den Funden gehört ein phönizischer Sonnenuhrstein, eines der bemerkenswertesten Objekte der Stätte. Der Ort lieferte zudem einen 4,40 Meter langen verzierten Sturz am Eingang des Osttempels, mit geflügelter Sonnenscheibe, Uräen und Figuren, die Stäbe mit Hirschköpfen und Sternen in Mondsicheln halten.
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