Hajar an-Nasar, Mittelalterliche Festung im Rif-Gebirge, Marokko
Hajar an-Nasar ist eine mittelalterliche Befestigung, die auf einer felsigen Erhebung in der Nähe des Loukkos-Flusses in den Rifbergen steht und Steinmauern aufweist, die sich über das bergige Gelände erstrecken. Die archäologischen Überreste zeigen deutliche Abschnitte von Verteidigungsmauern und Steinblockstufen, die das strategische Bauwesen der Idrisiden-Zeit widerspiegeln.
Die Festung wurde im 10. Jahrhundert von der Idrisiden-Dynastie erbaut und diente als alternative Hauptstadt, bis sie 996 von den Maghrawa-Truppen zerstört wurde. Dieses Schicksal endete ihre Blütezeit und machte sie letztendlich zu einem verlassenen Ort.
Der Ort ist eng mit Sidi Mazwar verbunden, einem Sohn eines Idrisiden-Herrschers, dessen Grab sich hier befindet und dessen Entscheidung für ein religiöses Leben über politische Macht die Bedeutung des Ortes prägt. Besucher können die spirituelle Dimension dieses Platzes in der Art spüren, wie die Gemeinschaft diesen Ort bis heute verehrt.
Die archäologische Stätte liegt etwa 40 Kilometer östlich von Larache und ist über Landwege erreichbar, die je nach Jahreszeit unterschiedliche Bedingungen aufweisen können. Besucher sollten bereit sein, über unebenes Gelände zu gehen, da die Mauern und Stufen über die felsige Landschaft verteilt sind.
Die Stätte blieb zwei Jahrhunderte lang für Historiker verborgen, bis eine spanisch-marokkanische Expedition 1993 ihren Standort entdeckte und damit ein wichtiges Kapitel der lokalen Geschichte wiederherstellte. Diese späte Wiederentdeckung machte sie zu einem Beispiel dafür, wie viel noch über die mittelalterliche Besiedlung der Region unbekannt sein könnte.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.