Timbuktu, Weltkulturerbestätte in der Region Timbuktu, Mali.
Timbuktu ist eine Siedlung in der Region Timbuktu, Mali, die sich über sandiges Gelände nahe einer Flussbiegung erstreckt, wo Lehmbauten mit flachen Dächern Wohnviertel und Geschäftszonen bilden. Schmale Gassen winden sich zwischen Gehöften aus sonnengetrockneten Ziegeln, wobei drei Moscheen mit herausragenden Holzbalken und mehrere Bibliotheksgebäude mit klimatisierten Räumen für Manuskriptsammlungen das Ortsbild prägen, während die Peripherie in offene Wüstenlandschaft mit Vegetation entlang zeitweiliger Wasserläufe übergeht.
Nomaden der Tuareg gründeten hier im 11. Jahrhundert ein saisonales Lager, das sich mit der Zeit zu einer dauerhaften Siedlung entwickelte, als die Handelsrouten durch die Sahara wichtiger wurden. Nach seiner Pilgerfahrt 1324 ließ Mansa Musa mehrere Moscheen errichten, wobei Baumeister aus Andalusien und Kairo halfen, und später eroberten marokkanische Truppen den Ort, was viele Gelehrte zur Flucht zwang.
Auf den Märkten bieten Händler heute noch Waren an, genau wie vor Jahrhunderten die Karawanen der Sahara hier Station machten, wobei nomadische Gruppen mit sesshaften Gemeinden Geschäfte machen. Während der Freitagsgebete versammeln sich die Bewohner in den drei großen Moscheen, und an stillen Nachmittagen sitzen Restauratoren in ihren Werkstätten, um mit Lupe und Pinsel alte Manuskripte zu bearbeiten, wobei sie ihr Wissen mündlich an junge Helfer weitergeben.
Flugverbindungen führen über Bamako, wobei Reisende vorher die Sicherheitslage prüfen sollten, und Führungen finden meist zwischen November und Februar statt, wenn die Temperaturen tagsüber angenehmer sind. Beim Betreten der Moscheen sind bedeckte Schultern und Beine erforderlich, und örtliche Führer bieten zweistündige Rundgänge durch die Manuskriptzentren und Wohnviertel an, während einfache Unterkünfte nahe dem Marktplatz und Verpflegung bei Händlern verfügbar sind.
In privaten Familiensammlungen finden sich Briefe zwischen Gelehrten aus dem 16. Jahrhundert, die über Optik, chirurgische Techniken und Rechtsfragen diskutierten, wobei diese in Ledertaschen aufbewahrt und über Generationen weitergegeben wurden. Ein Manuskript enthält detaillierte Beobachtungen einer Mondfinsternis von 1495 mit Berechnungen, die ihre Dauer auf wenige Minuten genau vorhersagten, und Restauratoren verwenden noch heute traditionelle Pflanzenfasern sowie Kamelleder zum Reparieren der Seiten.
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