Nikiszowiec, Historisches Arbeiterviertel in Katowice, Polen.
Nikiszowiec ist ein Arbeiterviertel in Katowice, das aus neun verbundenen Wohnblöcken mit roten Ziegelfassaden, charakteristischen Erkern und dekorativen Arkaden besteht. Die Gebäude umgeben Innenhöfe und bilden zusammen eine geschlossene, in sich selbst versorgte Siedlung.
Die Siedlung entstand zwischen 1908 und 1918 nach Plänen der Architekten Emil und Georg Zillmann für Arbeiter der Kohlemine Giesche. Das Design basierte auf innovativen Wohnkonzepten, die sich an den Strukturen unterirdischer Bergbaubetriebe orientierten.
Die Kirche St. Anna prägt das Zentrum des Viertels und zeigt neubyzantinische Architektur mit beeindruckenden Glasfenstern. Ihre Gestaltung spiegelt den Glauben wider, der das Leben der Bewohner über Generationen hinweg geprägt hat.
Die Siedlung bewahrt zahlreiche ursprüngliche Einrichtungen wie Läden, Verwaltungsgebäude und ein seit 1919 in Betrieb befindliches Fotostudio. Besucher können diese Originalräume erkunden und so einen Eindruck vom Alltag der früheren Bewohner bekommen.
Jeder der neun Wohnblöcke enthält etwa 165 Wohnungen, die sich um innere Höfe gruppieren, wobei dieses räumliche Muster die unterirdischen Strukturen der benachbarten Kohleminen widerspiegelt. Diese ungewöhnliche Anordnung zeigt, wie tief die Bergbauarbeit das Alltagsleben und die Stadtplanung prägte.
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