Kociewie, Kulturregion in Nordpommern, Polen.
Kociewie ist eine kulturelle Region im nördlichen Pommern, die sich zwischen der Weichsel und den östlichen Ausläufern der Tucheler Heide erstreckt. Das Gebiet wird von bewaldeten Hügeln, Flussauen und landwirtschaftlichen Flächen geprägt, die in zwei Woiwodschaften hineinreichen.
Archäologische Funde weisen auf Besiedlung seit dem Jungpaläolithikum hin, gefolgt von neolithischen Gemeinschaften entlang der Flüsse. Das Gebiet wurde im frühen Mittelalter Teil des polnischen Staates und wechselte später mehrfach zwischen polnischer und preußischer Herrschaft.
Die ortsansässige Bevölkerung spricht noch heute den kaschubischen Dialekt und pflegt Traditionen wie das handwerkliche Töpfern in kleinen Werkstätten. Auf den Dorfstraßen sieht man Holzhäuser mit geschnitzten Fensterrahmen und kleine Feldkapellen, die das ländliche Erscheinungsbild prägen.
Das Gebiet lässt sich am besten mit dem Auto erkunden, da viele Dörfer und Naturgebiete über kleinere Landstraßen verteilt sind. Besuchereinrichtungen findet man in den größeren Ortschaften wie Tczew oder Starogard Gdański, während kleinere Dörfer nur wenige Infrastruktur bieten.
In Będomin bewahrt ein Museum das Andenken an Józef Wybicki, der in Skarszewy Recht studierte und später den Text der polnischen Nationalhymne verfasste. Das Wirty-Arboretum beherbergt über 830 Pflanzenarten auf einem Gelände, das als einer der größten botanischen Sammlungen Nordens gilt.
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