Prophetenmoschee, Islamische Kultstätte in Medina, Saudi-Arabien
Die Anlage erstreckt sich über ein großflächiges Areal mit zehn Minaretten von 105 Metern Höhe und mehreren miteinander verbundenen Gebetshallen. Ausgedehnte schattige Innenhöfe mit Säulengängen umgeben die Hauptgebetsbereiche, während Marmorfußböden und ornamentierte Wände die Innenräume prägen. Das Bauwerk vereint osmanische, mamlukische und zeitgenössische architektonische Elemente in seiner mehrphasigen Konstruktion.
Muhammad errichtete die ursprüngliche Gebetsanlage nach seiner Ankunft in Medina im Jahr 622 n. Chr. auf einem von zwei Waisenkindern geschenkten Grundstück. Kalif Umar ibn Abd al-Aziz leitete 707 eine erste große Erweiterung, während die Osmanen im 16. Jahrhundert weitere Bauphasen durchführten. Die saudischen Behörden modernisierten die Einrichtung zwischen 1950 und 2020 durch mehrere Renovierungs- und Ausbauprojekte.
Die Moschee fungiert als religiöses Lernzentrum, wo Gelehrte Kurse in islamischer Jurisprudenz, Hadith-Wissenschaften und Koranauslegung für Studenten aus allen Kontinenten durchführen. Pilger kommen hierher, um spirituelle Erfüllung durch gemeinschaftliches Gebet und Teilnahme an religiösen Zeremonien zu suchen. Die Institution bewahrt Manuskripte und religiöse Texte, die Generationen von Theologen für ihre Forschung nutzen.
Die Gebetsstätte bietet Platz für 600.000 Gläubige gleichzeitig in mehreren Gebetshallen und Innenhöfen mit Klimaanlage und Beleuchtung. Besucher erreichen die Anlage über verschiedene nummerierte Eingänge, die je nach Geschlecht und Gebetszeit gestaffelt geöffnet sind. Kostenlose Wasserversorgung, Waschräume und medizinische Dienste stehen den Besuchern zur Verfügung, während Ramadan herrscht besonders hoher Andrang.
Die Grüne Kuppel markiert die Grabstätte Muhammads im südöstlichen Bereich und integriert den ursprünglichen Raum des Hauses von Aisha in die Moscheestruktur. Unter der Kuppel befinden sich auch die Gräber der ersten beiden Kalifen Abu Bakr und Umar. Die charakteristische grüne Farbe entstand erst im 12. Jahrhundert durch eine Renovierung unter Sultan Qaitbay.
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