Ramparts of Briançon, Befestigungsanlage in Briançon, Frankreich
Die Befestigungen der Oberstadt sind ein System aus Stadtmauern, Bastionen und Forts, das die mittelalterliche Altstadt von Briançon in den Hautes-Alpes umgibt und überragt. Die Anlagen passen sich dem steilen Berggelände an und bilden eine zusammenhängende Verteidigungslinie, die von der Porte de Pignerol bis zu den umliegenden Hochforts reicht.
Briançon war bereits in der Antike als Brigantio eine römische Etappenstation auf der Route zwischen Italien und Spanien, und seine Lage an der Kreuzung mehrerer Alpentäler machte es stets zu einem strategischen Punkt. Im 18. Jahrhundert ließ Ludwig XIV. den Militäringenieur Vauban mit dem Bau einer modernen Befestigungsanlage beauftragen, die das bestehende mittelalterliche Stadtgefüge in ein zusammenhängendes Verteidigungssystem integrierte.
Die Befestigungen der Oberstadt von Briançon sind heute noch ein aktiver Teil des Stadtlebens: Besucher spazieren auf den Wällen und genießen den Blick auf die Täler. An den Fassaden der engen Gassen wie der Grande Gargouille finden sich Sonnenuhren, die von Handwerkern aus Italien gestaltet wurden, was den starken Einfluss der Nachbarregion auf die lokale Baukunst zeigt.
Die Befestigungen der Oberstadt sind zu Fuß erkundbar, wobei die Porte de Pignerol der natürliche Ausgangspunkt für einen Rundgang ist. Geführte Besuche werden angeboten und sind empfehlenswert, um die unterirdischen Galerien und die weiter entfernten Forts zu entdecken, die ohne Begleitung nicht zugänglich sind.
Unter der Oberstadt verläuft die sogenannte Communication Y, ein rund 200 Meter langer unterirdischer Tunnel, der es Soldaten erlaubte, sich zwischen den Stellungen zu bewegen, ohne dem feindlichen Feuer ausgesetzt zu sein. Dieser Gang ist heute bei geführten Besuchen zugänglich und zeigt, wie viel Aufwand in die unsichtbaren Teile der Anlage geflossen ist.
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