Schloss Reckahn, Barockschloss in Kloster Lehnin, Deutschland
Schloss Reckahn ist ein etwa 30 Meter langer, eingeschossiger Dreiflügelbau unter Mansarddach im Schlüterschen Barockstil. Sein zweigeschossiger, wie ein Corps de Logis hervorgehobener Mitteltrakt enthält auf der Hofseite das Eingangsportal und das Treppenhaus, auf der Gartenseite zwei Säle. Die Fassade mit elf Fensterachsen ist durch Rustifizierungen, Pilaster und Gesimse zurückhaltend gegliedert.
Das Schloss wurde zwischen 1726 und 1730 vom Freiherrn Friedrich Wilhelm von Rochow gebaut und ersetzte ein älteres Renaissancegebäude. Der Entwurf folgte barocken Grundsätzen und machte das Anwesen zu einem Zentrum aufklärerischer Ideen.
Das 2001 eröffnete Rochow-Museum trägt den Titel von Rochows Lesebuch „Der Kinderfreund“, das an Landschulen in ganz Europa verwendet wurde. In der Nähe befand sich die alte Reckahner Dorfschule, die Rochow 1773 eröffnete; sie war die erste zweiklassige Dorfschule des Königreichs, und ihr Lehrsystem wurde von anderen europäischen Ländern übernommen. Eine Dauerausstellung ehrt den ersten Lehrer Heinrich Julius Bruns.
Die Räume sind zu Fuß leicht zugänglich und durch Informationstafeln und Exponate gut strukturiert. Planen Sie Zeit ein, um die verschiedenen Ausstellungen und das Gelände rund um das Schloss zu erkunden.
Letzter privater Gutsherr war Harry von Rochow, ein olympischer Medaillengewinner im Reiten, der 1945 starb; Felicitas von Rochow war die letzte Bewohnerin aus der Familie. Das weitgehend erhaltene Gutarchiv liegt heute im Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam.
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