Befestigungsanlagen der Stadt Braunschweig, Befestigungssystem in Braunschweig, Deutschland
Die Befestigungsanlage von Braunschweig ist ein System aus Mauern, Türmen und Toren, das sich um die mittelalterliche Altstadt zieht. Der Kreis von Befestigungen schließt wichtige öffentliche Plätze, religiöse Gebäude und historische Verwaltungskomplexe ein und zeigt die strategische Planung der mittelalterlichen Stadtentwicklung.
Die Befestigungsanlagen entstanden über etwa acht Jahrhunderte, von rund 1000 bis Ende des 18. Jahrhunderts. Altstadt und Neustadt wurden vor 1149 ummauert, der Hagen um 1170, die Altewiek um 1200; im 13. Jahrhundert trug man die inneren Weichbildmauern zugunsten einer gemeinsamen äußeren Stadtmauer ab. Mitte des 12. Jahrhunderts wurde die Oker in zwei Umflutgräben um die Stadt geleitet, um 1769 verloren die Anlagen ihre militärische Bedeutung.
Bis 1671 bestand Braunschweig aus fünf rechtlich unabhängigen Weichbilden — Altewiek, Altstadt, Hagen, Neustadt und Sack — sowie der Aegidienfreiheit und der Burgfreiheit. Jedes hatte einen eigenen Rat, ein eigenes Rathaus, eine eigene Pfarrkirche und eigene Mauern; Tore wie das Leuentor, das Redingetor und das Gildetor verbanden sie. Ihre Unabhängigkeit endete 1671 mit der Rückeroberung der Stadt durch die Fürsten von Braunschweig-Wolfenbüttel.
Besuchende können die erhaltenen Abschnitte der Mauern zu Fuß erkunden, was eine gute Möglichkeit bietet, verschiedene Stadtteile zu durchqueren. Viele Tore und Türme sind frei zugänglich oder befinden sich in Museen, so dass man die Anlage selbstständig ohne besondere Vorbereitung erkunden kann.
Der Burgplatz liegt in der ehemaligen Burgfreiheit, einem der sieben unabhängigen Weichbilde, aus denen Braunschweig bis 1671 bestand. Die Mauern der Burg wurden in den 1580er Jahren abgetragen, nachdem neue Weichbilde sie umschlossen hatten; der Burggraben existierte bis 1798 und wurde dann unterirdisch kanalisiert, um Platz für Neubauten zu schaffen.
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