Hambacher Forst, Alter Wald in Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Der Hambacher Forst ist ein Waldgebiet im Rheinischen Braunkohlerevier, im nordwestlichen Teil von Nordrhein-Westfalen, das zwischen den Kreisen Düren und Rhein-Erft liegt. Die noch verbliebenen Waldflächen beherbergen über 140 schutzbedürftige Arten, darunter seltene Bechsteinfledermäuse und mehrere Zugvogelarten, die hier Unterschlupf finden.
Die Bergbaugesellschaft RWE AG erwarb das Gelände in den 1960er Jahren und bekam in den 1970er Jahren die Genehmigungen für Rodungen, um hier Braunkohle im Tagebau abzubauen. Ein großer Teil des ursprünglichen Waldes wurde seither gerodet, während die verbliebenen Flächen weiter unter Druck stehen.
Baumhäuser und kleine Plattformen hängen zwischen den älteren Stämmen, Überreste von Besetzungen, die hier ab 2015 entstanden, um auf den Schutz der Wälder aufmerksam zu machen. Besucher sehen heute die Spuren dieser Proteste, die den Wald zu einem Sinnbild des Widerstands gegen den Braunkohleabbau gemacht haben.
Das Gelände ist öffentlich zugänglich, wobei einige Bereiche durch Zäune oder Bauwerke aus den vergangenen Protesten abgegrenzt sind. Es empfiehlt sich, auf den offenen Wegen zu bleiben und bei Spaziergängen auf Hinweisschilder zu achten, die auf mögliche Gefahren hinweisen.
Ein Gerichtsurteil aus Köln stellte 2021 fest, dass die polizeiliche Räumung der Protestcamps im Jahr 2018 unrechtmäßig war, weil dabei falsche Brandschutzvorschriften als Grund genannt wurden. Diese Entscheidung löste eine erneute Debatte über die Grenzen staatlicher Eingriffe in Umweltproteste aus.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.