Beau Pilier de la cathédrale d'Amiens, Gotischer Pfeiler in der Notre-Dame-Kathedrale, Amiens, Frankreich
Der Beau Pilier de la cathédrale d'Amiens ist ein massiver Strebepfeiler an der Nordseite der Notre-Dame-Kathedrale, in dessen Stein neun detailliert gemeißelte Statuen eingearbeitet sind. Der Pfeiler dient als kraftvolles Werk der gotischen Architektur und verbindet strukturelle Funktion mit künstlerischem Ausdruck.
Der Pfeiler wurde zwischen 1375 und 1380 während des Hundertjährigen Krieges erbaut, als Bischof Jean de La Grange ihn in Auftrag gab, um Schwachstellen in der Nordseite der Kathedrale zu verstärken. Diese Baumaßnahme entstand aus der Notwendigkeit, die Stabilität des Bauwerks angesichts von Beschädigungen zu verbessern.
Die gemeißelten Figuren auf dem Pfeiler zeigen die Jungfrau und das Kind, den heiligen Johannes den Täufer sowie Mitglieder der königlichen Familie und verdeutlichen die Verbindung zwischen religiöser und weltlicher Macht. Diese ikonografische Wahl spiegelt wider, wie heilige Orte im Mittelalter auch der Demonstration von politischem Einfluss dienten.
Der ursprüngliche Bischofstat von Jean de La Grange befindet sich im Musée de Picardie in Amiens, während eine Nachbildung an seinem ursprünglichen Platz auf dem Pfeiler bleibt. Besucher können den Pfeiler von außen bewundern, wenn sie die Kathedrale umrunden.
Der Pfeiler ist das letzte verbleibende geschmückte Stützbauwerk dieser Art in Frankreich und zeigt frühe Merkmale des späten gotischen Stils. Seine neun Statuen bewahren Beispiele der Steinmetzkunst, die während des Mittelalters auf höchstem Niveau ausgeführt wurde.
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