Kan’on-ji, Buddhistischer Tempel in Tokushima, Japan
Kannon-ji ist ein Shingon-Tempel des Koyasan in Tokushima, Station 16 der Pilgerroute der 88 Tempel von Shikoku. Seine Haupthalle birgt einen stehenden Senju Kannon, flankiert von Fudo Myoo und Bishamonten. Ein zweigeschossiges rōmon-Tor im japanischen Stil öffnet sich zu einem kompakten Bezirk; rechts der Haupthalle steht die Daishido, links davon eine Koshin-Halle und eine Statue des En no Gyoja.
Der Tempel wurde während der Regierungszeit von Kaiser Shomu im 8. Jahrhundert gegründet und gehört damit zu den ältesten religiösen Stätten der Region. Nach seiner Zerstörung während der Kriege der Tensho-Zeit wurde er im Manji-Zeitalter mit Unterstützung des Hachisuka-Clans wieder aufgebaut.
Kannon-ji ist der 16. Tempel auf dem Shikoku-Pilgerweg, der 88 heilige Stätten miteinander verbindet. Pilger in weißen Gewändern besuchen den Tempel regelmäßig und verleihen dem Ort eine besondere Stimmung, die man beim Durchqueren des Geländes deutlich spürt.
Das Tempelgelände kann frei erkundet werden, und ein Besuch am frühen Morgen ermöglicht es, den Ort vor dem Eintreffen größerer Gruppen zu erleben. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, da der Weg zwischen den Gebäuden und Gartenanlagen gepflastert oder leicht uneben sein kann.
Der Tempel wird Kan'on-ji gelesen, der Ortsteil Koku-fu-chō Kan'non-ji dagegen Kan'non-ji; dieselbe Lesedifferenz trennt ihn vom 69. Tempel in Kan'on-ji in der Präfektur Kagawa, wo die Stadt Kan'on-ji und der Tempel Kan'non-ji heißt. In der Haupthalle hängt ein Ema, das 1884 eine Frau von der Insel Awaji stiftete, deren Kimono beim Trocknen im Tempel Feuer fing und die überlebte.
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