Warschauer Ghetto, Jüdisches Viertel in Warschau, Polen
Das Warschauer Ghetto war ein abgeriegelter Bezirk im alten jüdischen Viertel der Stadt, umgeben von einer drei Meter hohen Ziegelmauer. Der eingeschlossene Bereich erstreckte sich über rund 340 Hektar und bildete damit eines der größten Zwangsgettos im besetzten Europa.
Im Herbst 1940 richteten die deutschen Besatzer das Ghetto ein und zwangen die jüdische Bevölkerung in den abgeriegelten Bezirk. Zwischen Juli und September 1942 deportierten die Truppen 265.000 Menschen in das Vernichtungslager Treblinka.
Das Archiv Oneg Shabbat sammelte unter der Leitung von Emanuel Ringelblum Tagebücher und Berichte aus dem Alltag der eingeschlossenen Bewohner. Die Dokumente wurden in Milchkannen versteckt und nach dem Krieg teilweise wiedergefunden, wodurch Zeugnis über das Leben hinter den Mauern bewahrt blieb.
Heute erinnern Gedenktafeln und Reste der Mauer im Stadtbild an den abgeriegelten Bezirk. Besucher finden die wichtigsten Erinnerungsorte zu Fuß im Zentrum von Warschau, entlang eines historischen Rundgangs.
Im April 1943 begann hier der erste bewaffnete Massenaufstand gegen die deutschen Besatzer in Europa. Die Rebellion dauerte fast einen Monat, obwohl die Verteidiger keine militärische Ausbildung hatten und nur wenige selbstgebaute Waffen besaßen.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.