Schloss Drachenburg, Schloss in Königswinter, Deutschland
Schloss Drachenburg ist eine als Palais gestaltete Villa im Stil der Neogotik, für Baron Stephan von Sarter erbaut, aus grauem Stein mit rotbraunen Steingliederungen, auf einem kleinen Plateau am Nordwesthang des Drachenfels gut 150 Meter über dem Rhein. Der Mittelbau trägt ein steiles, dunkles Schieferdach mit hohem Dachreiter, flankiert von spitzen Giebeln und Zinnen; an der linken Ecke steht ein Rundturm mit Kegeldach, rechts ein höherer quadratischer Turm mit rotem Steinaufbau und Ecktürmchen. Reihen von Bogenfenstern gliedern die Fassaden, davor liegen ein terrassierter Sockel und eine Steintreppe.
Baron Stephan von Sarter, ein in Bonn geborener, in Paris reich gewordener Finanzmann, ließ die Villa 1882–1884 nach Plänen von Bernhard Tüshaus und Leo von Abbema errichten, vollendet von Wilhelm Hoffmann. Er starb 1902 unverheiratet, ohne je dort gewohnt zu haben, und das Anwesen ging an Verwandte. Nach Internat, NS-Schule und jahrzehntelangem Leerstand kaufte Paul Spinat es 1971 und öffnete es für Besucher; 1989 übernahm das Land und restaurierte bis 2010.
Der Name verweist auf die Drachenfels-Sage, doch die Wandmalereien und historistischen Glasmalereien im Inneren wurden bei der Restaurierung von 1995 bis 2010 weitgehend in der ursprünglichen Gestaltung rekonstruiert. Das Schloss gehört zur Burgenrenaissance der Rheinromantik, und sein Schlosspark ist Gründungsmitglied der Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas.
Der Aufstieg führt über einen steilen Weg oder per Zahnradbahn, die in der Nähe hält. Innerhalb der Anlage sind die Haupträume zugänglich, während einige Bereiche nur bei Führungen begehbar sind.
Für die Restaurierung von 1995 bis 2010 waren Postkarten und Illustrationen hilfreich, die Jacob Biesenbach um 1900 für sein Tourismusprojekt in Auftrag gegeben hatte; sie dienten als Vorlage für Innenräume, Wandmalereien und Glasmalereien. Für die Rekonstruktion der Eingangstreppe erhielten Bachmann & Wille und die Bauhütte Quedlinburg 2011 den Peter-Parler-Preis.
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