Steintor, Mittelalterliches Stadttor in Bernau bei Berlin, Deutschland
Der Steintor ist eine vierstöckige Torhalle aus Backstein mit rechteckigem Grundriss und Zinnen, die sich an einem Ende der mittelalterlichen Stadtmauer Bernaus erhebt. Das Bauwerk verbindet sich mit dem benachbarten Hungerturm und zeigt die gotische Architektur jener Epoche mit seinen charakteristischen Merkmalen.
Die Backsteinwehr entstand in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in spätem Gotikstil als eine von drei Stadttoren Bernaus. Sie ist das einzige verbliebene Tor dieser ursprünglichen Befestigungsanlage und hat somit die Jahrhunderte überdauert, während die anderen zerstört oder abgerissen wurden.
Der Steintor beherbergt seit 1882 ein Heimatmuseum, das Besucher mit mittelalterlichen Objekten wie Waffen, Zunftzeichen und alltägliche Gegenstände der damaligen Zeit vertraut macht. Diese Sammlung vermittelt einen unmittelbaren Eindruck davon, wie die Handwerker und Bürger in Bernau einst lebten und arbeiteten.
Das Gebäude ist von außen einsehbar und belohnt mit einem Blick auf die massiven Backsteinmauern und die Wehrarchitektur. Besucher sollten beachten, dass der Zugang zum Inneren und zur Sammlung begrenzt sein kann und es ratsam ist, die Öffnungszeiten vorab zu prüfen.
Der untere Wehrgang enthält die sogenannte Armen-Sünder-Kammer, wo verurteilte Gefangene ihre letzten Tage vor der Hinrichtung verbrachten. Dieser düstere Raum vermittelt einen direkten Eindruck von der Gerichtsbarkeit und dem alltäglichen Leben im spätmittelalterlichen Bernau.
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