Fasanengehege
Das ehemalige Fasanerie in Moritzburg ist eine kleine Anlage mit historischen Gebäuden und Gärten, die einst dem Adel zum Entspannen und zur Jagd dienten. Der Hauptbau, das sogenannte Fasanenschlösschen, ist ein niedriges Rococo-Gebäude mit chinesisch inspirierter Architektur, dessen Innenräume mit Seidenmalereien, gestickten Wandtapeten und feinen Stuckaturen aus dem 18. Jahrhundert ausgestattet sind.
August der Starke gründete die Fasanerie in den 1720er Jahren als Teil seiner Jagdanlage rund um das Moritzburger Schloss. Nach dem Siebenjährigen Krieg baute Friedrich August III. die Anlage wieder auf und ließ zwischen 1770 und 1776 das chinesisch inspirierte Fasanenschlösschen errichten, um einen privaten Rückzugsort für seinen Hof zu schaffen.
Das Fasanenschlösschen war ein Rückzugsort für die junge Prinzessin Amalie Auguste und ihren Mann, ein Ort, an dem sie den steifen Hofetikette entfliehen konnten. Die Räume zeigen noch heute, wie sich die Adelsfamilie private Momente vorstellte: mit seidenen Wänden, bestickt mit Blüten und Vögeln, und mit verspieltem Dekor, das eine ganz andere Welt darstellte als die formale Schlossumgebung.
Besucher können das Gebäude im Rahmen von Führungen besichtigen, die die rekonstruierten Zimmer, darunter Speisesaal, Schlafzimmer und Nebenräume, zeigen. Der beste Zugang ist vom nahe gelegenen Moritzburg-Schloss aus, und es ist ratsam, die Öffnungszeiten vorher zu prüfen.
Das Gebäude wurde 1945 nach dem Krieg als Ruine zurückgelassen, bis ein Vogelkundler namens Paul Bernhard vorschlug, es in eine Vogelschutzstation umzuwandeln. Seit der großangelegten Restaurierung in den 1990er Jahren kann man darin eine vollständig rekonstruierte Rococo-Innenausstattung mit Originaldekorationen sehen, die mit großem Aufwand wieder nach historischen Vorbildern hergestellt wurden.
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