Vosecká bouda, Berghütte in Rokytnice nad Jizerou, Tschechische Republik
Vosecká bouda ist eine Bergbaude auf 1260 Metern Höhe im westlichen Teil des Riesengebirges, südöstlich des Felsens Tvarožník. Das Gebäude beherbergt eine Unterkunft mit 43 Betten und einen Selbstbedienungs-Speisesaal. Sie liegt im Nationalpark Krkonoše am Weg Cesta česko-polského přátelství.
Bereits 1710 stand hier ein Heuschuppen; eine Karte von 1743 verzeichnet die Baude als Františkánská bouda nach einem dort wohnenden Mönch. Václav Kraus baute sie 1790 zur Nová česká bouda um, Jan Kraus erweiterte sie 1830. Ab 1896 diente sie Touristen, und 1901 ließ Graf Jan Harrach einen Weg von der Labská bouda anlegen.
Der Name Vosecká bouda stammt von der Wiese, auf der die Baude liegt; deutsche Quellen nennen sie auch Endlerbaude nach Franz Endler, ihrem Pächter Anfang des 20. Jahrhunderts. Das Restaurant wird heute im Selbstbedienungsbetrieb geführt und kocht tschechische Gerichte; das Gebäude behielt seine Nachkriegsform.
Die Baude ist ganzjährig geöffnet, die polnische Quelle nennt jedoch eine Saison von Juni bis Anfang November, daher vor einem Winterbesuch nachfragen. Sie hängt nicht am Stromnetz: Ein Generator liefert den Strom, und für Gäste wird das Licht nach 22 Uhr abgeschaltet. Der gelb markierte Weg vom Tvarožník dauert etwa 10 Minuten.
Bei einer Dachreparatur fanden Arbeiter einen deutschen Zettel von 1943, auf dem Dachdecker notierten, dass sie nach dem Abschluss bei Novemberkälte an die Ostfront versetzt würden; eine Leipziger Wissenschaftlerin fand einen der Unterzeichner, der den Krieg überlebte und sich in Westdeutschland niederließ. Ein zweiter Zettel von Oktober 1951 scherzt über das Slalomkönnen eines Genossen und ramponierte Fichten.
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