Isluga, Schichtvulkan in Colchane, Chile.
Der Isluga ist ein langgestreckter Schichtvulkan in der chilenischen Region Tarapacá, dessen Gipfel 5.559 Meter erreicht. Mindestens drei Krater liegen auf einem Plateau westlich des Gipfels; der aktive Krater ist 400 Meter breit, hat steile Ränder, ist von vulkanischer Schlacke umgeben und teilweise mit Asche und Bimsstein gefüllt. Der Vulkanbau bedeckt etwa 60 Quadratkilometer und besteht aus Lavadomen, blockigen Lavaströmen, Laharen und pyroklastischen Gesteinen.
Der Isluga entstand vor etwa einer halben Million Jahren im Pleistozän in mehreren Phasen. Vier größere Eruptionen sind für 1863, 1869, 1878 und 1913 belegt; der Lavastrom von 1878 zerstörte mehrere nahe gelegene Dörfer. Der letzte eindeutig belegte Ausbruch war 1913, Ereignisse von 1960 und 2005 sind jedoch möglich.
Der Berg hat für die Aymara seiner Umgebung religiöse Bedeutung; an seinen Hängen und an seinem Fuß liegen archäologische Stätten. Sein Aymara-Name wird als isi (Kleid) und llullaña (täuschen) gedeutet, also „Verkleidung“; die einheimischen Namen Jiwq'ir qullu (Vulkanhügel) und Laram Qawani (Blaues Tal) sollen sich auf die physische und die geistige Seite beziehen.
Der Isluga ist über die Internationale Route 55 erreichbar, etwa 200 km östlich von Iquique und 5 km von der bolivianischen Grenze entfernt; die Straße kann bei schlechtem Wetter überflutet werden. Ein Trekkingweg führt zum 5.559 m hohen Gipfel. Zu beachten sind Sonnenbrand, schlechtes Wetter, Pumabegegnungen und Höhenkrankheit. Die Parkordnung verbietet offenes Feuer, Drohnen, Lärm, Alkohol und das Verlassen der Wege.
Auf 4.900 Metern Höhe wachsen am Isluga Polylepis-Bäume und bilden die höchste Baumgrenze der Erde. Im Gipfelbereich wurde Schwefel abgebaut, belegt für 1887, und die Lagerstätten galten als hochwertig für die Verarbeitung von Salpeter.
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