Tempel von Garni, Hellenistischer Tempel in Garni, Armenien.
Der Garni-Tempel ist ein hellenistisches Heiligtum am Rand einer Klippe über dem Fluss Azat in der armenischen Ortschaft Garni. Das Bauwerk aus Basaltstein besitzt 24 Säulen im ionischen Stil, die den rechteckigen Innenraum umgeben und eine freie Sicht auf die Schlucht ermöglichen.
König Tiridates I. ließ das Heiligtum um 77 nach Christus errichten, und es überstand die Christianisierung Armeniens im vierten Jahrhundert. Ein Erdbeben im Jahr 1679 zerstörte die Säulen und Wände, die zwischen 1969 und 1975 mit der Anastylose-Methode wiederaufgebaut wurden.
Der Tempel vereint griechische Bauformen mit armenischen Motiven wie Granatäpfeln, Weintrauben, Haselnussblättern und Blüten in den Steinmetzarbeiten. Diese Verbindung zeigt, wie lokale Handwerker fremde Traditionen aufnahmen und mit eigenen Symbolen aus der Landschaft ergänzten.
Die Anlage liegt etwa 28 Kilometer östlich von Jerewan, und regelmäßige Busse sowie Sammeltaxis verbinden die Hauptstadt mit dem Ort. Festes Schuhwerk ist wegen der unebenen Steinböden rund um die Säulen empfehlenswert, und an sonnigen Tagen bietet das Gelände kaum Schatten.
Bei der Wiederherstellung nach dem Erdbeben markierten die Arbeiter jedes neue Basaltstück, um es von den originalen Trümmern zu unterscheiden. Diese Methode erlaubt Besuchern heute, beim Rundgang zwischen antiken und modernen Elementen der Konstruktion zu unterscheiden.
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