Sewanawank, Mittelalterliches Kloster am Sewansee, Armenien
Sevanavank ist ein Kloster auf einer Halbinsel, die in den Sewansee ragt, auf einer Höhe von etwa 1900 Metern in der Provinz Gegharkunik. Die beiden Kirchen bestehen aus dunklem Vulkangestein und bilden ein kompaktes Ensemble mit kreuzförmigen Grundrissen, das von einem niedrigen Mauerring umgeben ist, der den Komplex vom offenen Gelände abgrenzt.
Das Kloster wurde im frühen Mittelalter gegründet, als christliche Gemeinschaften in der Region Rückzugsorte suchten. Im neunten Jahrhundert ließ eine Prinzessin zwei weitere Kirchen auf dem damals noch isolierteren Gelände errichten, wodurch das heutige Ensemble entstand.
Der Name stammt vom nahen See und weist auf die religiöse Bedeutung des Ortes hin, der jahrhundertelang als Klostergemeinde diente. Heute kommen Pilger hierher, um in der Kirche zu beten und Kerzen anzuzünden, während Besucher die dunklen Steinwände und schmalen Fenster bewundern, durch die Licht auf die alten Fußböden fällt.
Die Halbinsel erreicht man über eine breite Steintreppe mit etwa 200 Stufen, die direkt vom Ufer hinaufführt. Der Aufstieg dauert mehrere Minuten und kann bei Wind oder starker Sonne anstrengend sein; am besten geht man früh morgens oder spät am Nachmittag, wenn die Hitze nachlässt.
Die steinernen Kapitelle der Säulen, einst vor Ort geschnitzt, befinden sich heute in einem Museum der Hauptstadt. In die Außenmauern eingemeißelte Inschriften aus dem neunten Jahrhundert dokumentieren Namen von Baumeistern und Ereignisse, die Forscher erst Jahrhunderte später entziffern konnten.
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