Ilha do Presídio, Historische Insel im Guaíba-See, Porto Alegre, Brasilien.
Das Ilha do Presídio ist eine Insel im Guaíba-See in Porto Alegre mit zwei Hauptgebäuden: das Wachhaus und das Gefängnisgebäude mit militärischer Architektur. Die Strukturen zeigen die funktionale Gestaltung für maximale Sicherheit und sind von außen zu sehen.
Die zwischen 1857 und 1860 errichteten Gebäude beherbergten zunächst das Vierte Pulverhaus Porto Alegres, das bis 1930 vom Heer genutzt wurde. Ab 1940 verwaltete der Bundesstaat die Insel und betrieb dort 1947 und 1948 ein Tierforschungslabor zur Schweinepest. 1950 wurde daraus ein Gefängnis, das unter der Militärdiktatur politische Häftlinge festhielt und 1983 stillgelegt wurde.
In der Haftanstalt saßen während der brasilianischen Militärdiktatur politische Gefangene ein, darunter Sergeant Manoel Raymundo Soares, den das DOPS verhaftete und der fünf Monate später mit auf dem Rücken gefesselten Händen tot im Lago Guaíba gefunden wurde. Der damals breit veröffentlichte Fall wurde als „Caso das Mãos Amarradas“ bekannt.
Die Insel ist nicht für Besucher geöffnet, aber die Gebäude können von Bootstouren aus dem Hafen von Porto Alegre betrachtet werden. Es ist am besten, sich über verfügbare Touren zu informieren, bevor man das Ufer besucht.
Die Insel trug im Laufe der Geschichte drei verschiedene Namen: Ilha do Presídio, Ilha das Pedras Brancas und Ilha da Pólvora, was die unterschiedlichen Funktionen widerspiegelt. Jeder Name erzählt einen Teil der Geschichte des Ortes.
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