Tikal Temple I, Maya-Tempel in Tikal, Guatemala.
Tikal Tempel I ist eine 47 Meter hohe, neunstufige Kalksteinpyramide mit einer einzigen steilen Mitteltreppe von der Basis bis zum Gipfel. Oben birgt ein Heiligtum drei schmale, dunkle Kammern in einer Reihe, die durch einen einzigen Eingang betreten werden und von Kraggewölben mit Sapodillaholzbalken getragen werden. Ein Dachkamm trug einst eine riesige Skulptur des sitzenden Herrschers Jasaw Chan Kʼawiil I., die heute kaum noch zu erkennen ist.
Jasaw Chan Kʼawiil I. regierte Tikal von 682 bis 734; sein Sohn und Erbe Yikʼin Chan Kʼawiil leitete den Bau des Tempels I um das Grab seines Vaters, das um die Grabkammer herum errichtet wurde. Die 1962 als Grabstätte 116 entdeckte Kammer enthielt Jadeornamente, bemalte Keramik und 37 gravierte Knochen. Der Tempel wurde um 740–750 fertiggestellt.
Der Name stammt von einem geschnitzten Holzsturz, der einen Herrscher auf einem Jaguarthron zeigt; der äußere Sturz war jedoch glatt, die geschnitzten lagen im Inneren. Der Tempel galt als Tor zur Unterwelt; am 21. Dezember 2012 hielten heutige Maya davor auf dem Großen Platz eine Feuerzeremonie ab, an der etwa 3000 Menschen teilnahmen.
Die Pyramide steht an der Ostseite der Hauptplaza, ihre Basis ist vom Platzboden aus zu sehen. Die Haupttreppe ist wegen der bestehenden Gefahr für den Aufstieg gesperrt; der Zugang zum Heiligtum auf der Spitze ist nicht erlaubt. In den 1990er-Jahren wurde sie im Rahmen einer Vereinbarung zwischen den Regierungen Guatemalas und Spaniens teilweise restauriert.
Die Grabkammer enthielt Jadeschmuck, bemalte Keramiken und 37 gravierte menschliche Knochen mit hieroglyphischen Texten. Diese Inschriften dokumentieren politische Bündnisse mit benachbarten Städten und Zeremonien am Hof.
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