Tikal Temple V, Mesoamerikanische Pyramide in Petén, Guatemala.
Der Tempel V ist eine Grabpyramide von 57 Metern Höhe, der zweithöchste Bau von Tikal nach dem Tempel IV. Seine Basis misst 36 Meter in Nord-Süd- und 51 Meter in Ost-West-Richtung und steigt in sieben Stufen von je 4 Metern Höhe an, mit eingezogenen abgerundeten Ecken von 3 Metern Radius, die kein anderer großer Tempel Tikals besitzt. Die etwa 90 Stufen zählende, 20 Meter breite Haupttreppe führt von Norden hinauf, und ein 12,5 Meter hoher Dachkamm krönt den Schrein.
Der Tempel V wurde durch Radiokarbonanalyse auf etwa 700 n. Chr. datiert, während zugehörige Keramik seine Errichtung in die zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts unter der Herrschaft von Nun Bak Chak legt. Er ist die Grabpyramide eines noch nicht identifizierten Herrschers. Seine breiten Balustraden und abgerundeten Ecken führen frühklassische Traditionen fort.
Der Schrein bewahrt seine ursprünglichen Holzbalken, und sein nördliches Gesims trägt drei Masken des Regengottes Chaac, gerahmt von Feldern mit menschlichen Figuren. Die Nordseite des unteren Abschnitts des Dachkamms zeigt eine sehr große Chaac-Maske, flankiert von zwei Eckmasken des Maya-Sonnengottes. Ein Weiheopfer aus fünf gebrauchten Räuchergefäßen, zwei mit Sonnengottmasken und Spuren roter und blauer Farbe, wurde unter der Nord-Süd-Achse der Pyramide beigesetzt.
Tempel V ist nicht besteigbar; man betrachtet ihn von den Wegen des Kernbereichs aus. Seine Treppe weist nach Norden, anders als bei den meisten Tempeln von Tikal, und die Pyramide steht auf einer Plattform 5 m über dem Zentralplatz. Der Zugang war einst durch ein Reservoir im Norden, die Südakropolis im Westen und einen Palastkomplex im Osten begrenzt; er war der einzige Haupttempel ohne Anbindung an das Sacbé-Netz.
Tempel V ist der einzige große Tempel in Tikal mit abgerundeten Ecken; der Radius beträgt 3 Meter, ähnliche Ecken sind von einem triadischen Tempel in Caracol in Belize bekannt. Sein Heiligtum birgt den kleinsten Raum aller Heiligtümer Tikals, nur 90 Zentimeter tief, und den einzigen einräumigen unter den größeren Tempeln. Die ursprünglichen Holzstürze sind noch an Ort und Stelle.
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