Pico da Neblina, Berggipfel in Amazonas, Brasilien
Der Pico da Neblina ist mit 2.995,30 m der höchste Gipfel Brasiliens, in der Serra do Imeri nahe der venezolanischen Grenze. Sein oberer Teil ist ein steiler, dunkelgrauer und brauner Felsgipfel mit schmalen Graten und Steilhängen über 2.000 m. Die unteren Hänge sind von Regenwald bedeckt, der in Bergwald, niedrige Sträucher und nackten Fels übergeht.
Naturforscher hatten die Berge bereits im 19. Jahrhundert vom Rio Negro aus gesichtet, doch erst in den 1950er Jahren begannen Expeditionen, in das obere Massiv vorzudringen. Der brasilianische Topograf José Ambrósio de Miranda Pombo unternahm 1965 die erste bekannte Besteigung des Pico da Neblina, während er an der Grenze zwischen Brasilien und Venezuela arbeitete. Der Besteigungstourismus wuchs im späten 20. Jahrhundert, wurde jedoch 2003 nach Auseinandersetzungen über den Zutritt zum Yanomami-Gebiet und Schäden im Nationalpark unterbrochen. Die Besuche wurden 2022 im Rahmen des von den Yanomami betriebenen Ökotourismusprojekts Yaripo wieder aufgenommen.
Die Yanomami-Gemeinschaften der Region Cauaburis nennen den Berg Yaripo, meist übersetzt als „Berg der Winde“; der Name umfasst auch den Grat mit dem Pico da Neblina und dem Pico 31 de Março, der Kurarana heißt. Yaripo gilt im Yanomami-Glauben als heilig, und Orte entlang der Route zum Gipfel erscheinen in Ahnenüberlieferungen und Ritualen um Geister und Naturwelt. In der Yanomami-Sprache ist Pico da Neblina ein napëpë-Name, den Nicht-Yanomami brachten. Seit 2022 organisiert das von Yanomami betriebene Ökotourismusprojekt Yaripo die Besuche.
Der Zugang zum Gipfel erfordert eine Genehmigung von den brasilianischen Behörden und Koordination mit den lokalen Gemeinden der Yanomami. Besucher sollten mehrere Tage für die Anreise einplanen, da Flüge nach São Gabriel da Cachoeira und anschließende Bootsfahrten notwendig sind.
Die Hänge des Gipfels beherbergen fleischfressende Pflanzenarten wie Heliamphora neblinae, die sich an die Höhenlage angepasst haben. Diese Arten kommen nur an diesem Berg vor und leben in den Felsformationen und Moosgebieten der oberen Bereiche.
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