Kapuzinergruft, Kaiserliche Gruft in Innere Stadt, Österreich
Die Kaisergruft ist eine unterirdische Grabstätte in der Wiener Innenstadt, die sich unter der Kapuzinerkirche erstreckt. Die gewölbten Räume verbinden sich zu einem verzweigten System aus neun Kammern, in denen Metallsärge und steinerne Grabmale aufgereiht stehen.
Anna von Tirol, Gemahlin Kaiser Matthias', ließ in ihrem Testament von 1617 die Anlage dieser Gruft anordnen, die 1633 vollendet wurde. Über drei Jahrhunderte hinweg blieb sie die bevorzugte Ruhestätte für Mitglieder der Herrscherfamilie, bis die Monarchie 1918 endete.
Die meisten Särge tragen inschriften in lateinischer Sprache, die Titel und Tugenden der Verstorbenen aufzählen, während Engel- und Totenkopfmotive die religiösen Vorstellungen ihrer Zeit verraten. Besucher bemerken oft die unterschiedliche Größe der Grabstätten, die vom schlichten Metallkasten bis zum raumfüllenden Kunstwerk reichen.
Die Räume liegen unter Straßenniveau und sind über eine steinerne Treppe zugänglich, die am Haupteingang der Kapuzinerkirche beginnt. Fotografieren ist erlaubt, aber die Beleuchtung ist gedämpft und die Gänge können in Stoßzeiten eng werden.
Die Herzen und Eingeweide der Habsburger wurden separat bestattet und ruhen nicht hier, sondern in anderen Wiener Kirchen. Dieser Brauch der Mehrfachbestattung folgte einer alten Tradition, die den Körper symbolisch auf mehrere geweihte Orte verteilte.
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