St.-Johannes-Nepomuk-Kapelle, Religiöse Kapelle in Alsergrund, Österreich
Die St.-Johannes-Nepomuk-Kapelle ist ein Zentralbau der Sezession, nach Plänen Otto Wagners 1895 bis 1897 am Währinger Gürtel, Bogen 115, in Alsergrund errichtet. Der Grundriss ist ein griechisches Kreuz: eine kreisrunde Kuppelschale mit vier kurzen, gleich langen Kreuzarmen. Die Altaraufbauten sind in Neo-Renaissanceformen gestaltet; der Grundstein der alten Linienkapelle wurde für den Neubau übernommen.
1740 entstand hier eine Linienkapelle für die Soldaten der äußeren Wiener Befestigungslinie; im Frühjahr 1889 renoviert und wiedereröffnet, musste sie 1892–1893 dem Bahndamm der Wiener Stadtbahn weichen. Otto Wagner entwarf einige Meter entfernt die heutige Kapelle, errichtet 1895–1897 im Secessionsstil unter Übernahme des Grundsteins der alten Kapelle. Es war sein erster Sakralbau in Wien.
Die Kapelle wird vom Verein zur Erhaltung der St. Johannes-Nepomuk-Kapelle getragen, der am 3. Februar 1916 gegründet wurde und Benefizkonzerte, das Alsergrunder Straßenfest sowie die Erhaltung des Baus und der Orgel organisiert. Seit November 2000 nutzt auch der Verein Kulturbogen die Kapelle für Vorträge und Diskussionen.
Die Kapelle steht am inneren Währinger Gürtel auf der Höhe der Klammergasse, beim Bogen 115 des Stadtbahnviadukts, im 9. Bezirk Alsergrund. Sie ist eine Rektoratskirche der Pfarre Alser Vorstadt und steht unter Denkmalschutz. Der Eingang liegt zum Gürtel hin, sodass man sie zu Fuß von den umliegenden Straßen erreicht.
Die Kapelle stellt eines der frühesten Beispiele dar, wie Otto Wagner religiöse Architektur mit modernen Gestaltungsprinzipien verband. Diese Verbindung zwischen traditionellem Zweck und zeitgenössischem Design machte das Bauwerk zu einem Vorzeigeprojekt seiner innovativen Arbeitsmethoden.
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