Schwarzmilzferner, Gletscher in Tirol, Österreich
Der Schwarzmilzferner ist ein kleiner Gletscher in den Allgäuer Alpen, südlich der Mädelegabel und östlich der Hochfrottspitze auf Tiroler Boden unmittelbar jenseits der deutsch-österreichischen Grenze. Seine mittlere Höhe von 2450 m ist für einen Alpengletscher gering. Heute ist er eine konkav gewölbte Firnfläche ohne Spalten oder andere Anzeichen von Bewegung; das Schmelzwasser versickert in den Felsklüften des Hauptdolomits, da kein Abfluss sichtbar ist. 1985 umfasste seine Fläche etwa 9 ha.
Der Schwarzmilzferner erscheint erstmals im Atlas Tyrolensis von Peter Anich und Blasius Hueber von 1774, danach auf einer Karte der deutsch-österreichischen Grenzkommission um 1855. Um 1870 folgte eine Aufnahme im Maßstab 1:25.000 durch das k.u.k. Militärgeographische Institut, 1887 wiederholt. Roland Mader berechnete später ein mittleres Einsinken der Oberfläche um 31 m zwischen 1903 und 1965 und eine Aufhöhung um rund 11 m bis 1985.
Der Gletscher bleibt die letzte Eismasse in den Allgäuer Alpen und stellt ein natürliches Monument der Umweltveränderungen in Tirol dar.
Das Gletscher-Gebiet ist eher für sachkundige Bergsteiger und Forscher zugänglich, die hochalpine Bedingungen gewöhnt sind. Die extreme Höhe und die instabilen Eisverhältnisse erfordern angemessene Ausrüstung und ortskundige Begleitung.
Der Fortbestand des Gletschers beruht auf einer ungewöhnlich hohen Akkumulation, die rund 500 mm über dem Niederschlag vergleichbarer Höhenlagen liegt. Sie erklärt sich aus dem regionalen Niederschlagsmaximum am Alpennordrand zwischen Oberstdorf und Schröcken, aus der Lage im Lee der Hochfrottspitze, die die Ablagerung von windverfrachtetem Schnee fördert, und aus Lawinenschnee von den Flanken der Hochfrottspitze und der Mädelegabel, der laut Schug höchstens 25 % der Akkumulation ausmacht.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 94.020 Mitwirkenden weltweit.