Morteratschgletscher, Alpengletscher in Graubünden, Schweiz
Morteratsch ist ein alpiner Gletscher im Kanton Graubünden, der sich über mehrere Kilometer durch das Berninamassiv erstreckt und bläulich schimmerndes Eis zwischen dunklen Felswänden zeigt. Die Gletscherzunge endet heute in einem weiten Schuttfeld, wo Schmelzwasser einen grauen Bach bildet, der zwischen den Steinen hinabfließt.
Wissenschaftliche Messungen begannen Mitte des 19. Jahrhunderts und dokumentierten seitdem einen kontinuierlichen Rückzug des Eises über mehr als zwei Kilometer. Das Tempo dieser Veränderung hat sich in den letzten Jahrzehnten durch wärmere Temperaturen deutlich beschleunigt.
Der Name stammt vom romanischen "Muret da Glatscher", was "Mauer aus Eis" bedeutet und die massiven Eisformationen beschreibt, die Wanderer entlang des Weges sehen. Besucher erleben heute eine sich wandelnde Landschaft, in der Markierungspfeile zeigen, wo das Eis in früheren Jahrzehnten noch gestanden hat.
Der Weg vom Bahnhof zur Gletscherzunge dauert etwa fünfzig Minuten und verläuft flach über Schottergrund, der bei Regen rutschig werden kann. Warme Kleidung ist auch im Sommer ratsam, da kalte Winde vom Eis herunterwehen und die Temperatur merklich senken.
Pflanzenarten wie Steinbrech und Weidenröschen besiedeln das frisch freigelegte Gestein oft schon wenige Monate nachdem das Eis zurückgewichen ist. Diese Pioniere bereiten den Boden für spätere Vegetation vor und zeigen einen beschleunigten ökologischen Wandel.
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