Schloss Gottlieben, Mittelalterliche Burg in Gottlieben, Schweiz.
Schloss Gottlieben ist eine ehemalige Wasserburg am Seerhein, ab 1251 für den Bischof von Konstanz erbaut. Der Mittelteil wird von zwei quadratischen Türmen mit steilen Pyramidendächern flankiert; zwischen ihnen weht eine weiße Fahne mit rotem Kreuz. Die Fassade hat viele Bogenfenster, ein großes Spitzbogenfenster über einem Balkon mit Balustrade und darunter drei Bogenöffnungen, deren mittlere ein kleines Rundfenster enthält. Am Wasser verläuft eine niedrige Steinmauer.
Der Bau entstand 1251 unter der Herrschaft von Eberhard II. von Waldburg-Thann als Residenz für die Fürstbischöfe von Konstanz. Nach dem Schwabischen Krieg 1499 übernahm es Funktionen als Verwaltungssitz und Gerichtsstätte für mehrere umliegende Gebiete.
Der Ortsname erscheint um das Ende des 10. Jahrhunderts als Gotiliubon, wovon sich der Schlossname ableitet. Von 1499 bis 1798 sprach der bischöfliche Obervogt vom Schloss aus Recht für Gottlieben, Engwilen, Siegershausen und Tägerwilen. Die weisse Fahne mit rotem Kreuz auf dem Dach verweist auf den Kanton Thurgau.
Das Schloss ist in Privatbesitz und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich; ein Besuch beschränkt sich auf die Aussenseite. Es steht am östlichen Rand von Gottlieben am Seerhein, die Fassade mit den zwei Türmen und die niedrige Mauer am Wasser sind vom Ufer und von der Brückengegend aus zu sehen. Im Dachboden des Westturms liegt der nicht zugängliche Hussenkerker.
Während des Konstanzer Konzils sassen im Gefängnis des Westturms der Reformator Johannes Hus, Hieronymus von Prag und der abgesetzte Papst Johannes XXIII., der das Konzil einberufen und Hus eingeladen hatte. Der Hussenkerker im Dachboden des Turms ist nicht zugänglich. Das Schloss ist in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich.
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