Thietmarleuchter, Romanischer Radleuchter im Hildesheimer Dom, Deutschland.
Der Azelin-Leuchter ist ein rundes Kunstwerk aus vergoldetem Kupfer, das über dem Altar der Hildesheimer Domkirche hängt und die Form einer mittelalterlichen Stadt darstellt. Das Werk verbindet zwölf kleine Türme mit zwölf Tortürmen, die gleichmäßig verteilt angeordnet sind, und war ursprünglich mit etwa 72 Kerzen bestückt.
Das Werk entstand im 11. Jahrhundert, nachdem 1046 ein Feuer einen älteren Leuchter aus Gold und Silber zerstört hatte. Das Stück zeigt mittelalterliche Handwerkstechniken und war lange Zeit ein wichtiges liturgisches und künstlerisches Element der Kathedrale.
Der Name Azelin könnte auf den Stifter oder Künstler hinweisen, dessen Identität heute unklar ist. Besucher können bei der Betrachtung des Werks die mittelalterliche Vorstellung einer heiligen Stadt erkennen, die in Form und Dekoration ausgedrückt wird.
Der Leuchter befindet sich in großer Höhe über dem Altar, sodass Besucher ihn am besten von verschiedenen Positionen im Kirchenschiff betrachten können. Die beste Sichtlinie bietet sich aus dem mittleren Bereich des Altarraums, von wo aus die architektonischen Details erkennbar werden.
Jeder Turm ist mit Nischen, Zinnen und nachgeahmten Ziegeln verziert, um die mittelalterliche Stadtarchitektur realistisch nachzubilden. Diese kleine Steinwerkstatt in der Luft zeigt, wie Künstler damals ihre Welt und ihre Hoffnungen in religiöse Gegenstände einarbeiteten.
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