Heziloleuchter, Mittelalterlicher Radleuchter im Hildesheimer Dom, Deutschland
Der Hezilo-Leuchter ist ein großer, rund hängender Kunstleuchter in der Hildesheimer Kathedrale aus dem Mittelalter mit 72 Kerzenhaltern. Sein Kupferkörper zeigt verschlungene Ornamente, lateinische Inschriften an den Rändern und Bänder mit offenem Blattwerk zwischen den Schriftzonen.
Der Leuchter wurde ab 1054 von Bischof Hezilo während des Wiederaufbaus der Kathedrale nach einem großen Feuer in Auftrag gegeben. Der Bau erstreckte sich bis 1079 und machte den Leuchter zu einem wichtigen Teil der karolingischen Erneuerung des Gotteshauses.
Der Leuchter verkörpert die Neue Jerusalem aus der Offenbarung des Johannes, die sich in der Anordnung von zwölf Türmen und zwölf Toren um sein Umfang widerspiegelt. Der Besucher erkennt diese theologische Bedeutung beim Betrachten der symmetrischen Struktur und ihrer religiösen Symbolik.
Der Leuchter hängt in der Kirche in einer Höhe, die ihn gut sichtbar macht, aber Details erfordern aufmerksames Beobachten von verschiedenen Blickwinkeln. Das Kunstwerk wurde 2002 bis 2007 umfassend restauriert, wobei sein Zustand deutlich verbessert wurde.
Die innere Konstruktion des Leuchters zeigt eine durchdachte Ingenieurmechanik für damalige Zeiten, die es ermöglichte, die enorme Last stabil zu halten. Diese technische Lösung bleibt heute oft übersehen, obwohl sie zentral für die Langlebigkeit des Werkes ist.
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