Stadtbad, Hallenwasserpark in Krefeld, Deutschland
Das Stadtbad ist eine 1890 eröffnete Badeanstalt an der Neusser Straße im Zentrum Krefelds. Es gab getrennte Schwimmbäder für Herren und Damen, Dusch- und Wannenbäder in drei Klassen, ein irisch-römisches Bad mit Dampfbad und Sauna sowie eine medizinische Bäderabteilung. Alle Fliesen kamen aus derselben Fabrik und wurden fugenlos verlegt; für jede Umkleidekabine gab es einen Kristallspiegel mit Eichenrahmen.
Das seit 1882 geplante Stadtbad eröffnete 1890 an der Neusser Straße, nachdem das preußische Justizministerium Krefeld den Sitz des Landgerichts verweigert hatte, solange keine Badeanstalt bestand. Statt der veranschlagten 200.000 Mark kostete der Bau 919.134,89 Mark, die die Stadt allein trug. 2000 wurde der Betrieb nach über 110 Jahren eingestellt; die weitere Nutzung ist ungeklärt.
Name und Zweck des Bades hingen mit der öffentlichen Hygiene zusammen: Im späten 19. Jahrhundert hatten nur wenige Wohnungen ein Badezimmer, man wusch sich an der Waschschüssel oder in den öffentlichen Bädern am Rhein. Im Juli 1893 wurde hier der Krefelder-Schwimm-Verein gegründet, und die meisten Krefelder Kinder lernten in diesen Hallen schwimmen. Die Rettungsschwimmer der Rotkreuz-Wasserwacht trainierten bis zur Schließung einmal wöchentlich im Damenbad.
Das Bad ist seit 2000 geschlossen, und die weitere Nutzung ist bis heute ungeklärt; Öffnungszeiten oder Besuchereinrichtungen gibt es daher nicht. Das Gebäude steht an der Neusser Straße im Zentrum Krefelds und ist von der Straße aus zu sehen. Das Herrenbad blieb vor der endgültigen Schließung immer wieder wegen technischer Probleme zu, und das Becken des Damenbads wurde beim Erdbeben vom 13. April 1992 beschädigt.
Alle Fliesen des Bades kamen aus einer einzigen Fabrik, die über zwei Jahre für die Herstellung des Materials brauchte; sie wurden fugenlos verlegt, eine Technik, die heute nur noch wenige Fliesenleger beherrschen. Jede Umkleidekabine hatte einen Kristallspiegel mit Eichenrahmen, Kokosmatten auf den Fußböden minderten die Rutschgefahr.
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