Rohsee, Archäologischer See in Frankfurt, Deutschland
Der Rohsee ist ein langgestrecktes Gewässer in Frankfurts Stadtwald, das sich von Südwesten nach Nordosten erstreckt. Der See geht allmählich in Sumpfgebiete über und wird von Schwarzerlen-Beständen gesäumt, die eine eigentümliche Waldlandschaft bilden.
Der Rohsee ist ein Altarm des Mains; sein Südufer war in der Bronzezeit besiedelt, wie 1973 Ausgrabungen des Heimat- und Geschichtsvereins Schwanheim belegten: Keramik, ein Reibstein, ein Teil eines Tonlöffels sowie Uferbefestigungen aus Baumstämmen und Steinen. Wenige Meter westlich enthielt ein steingefasster römischer Brunnen des 2./3. Jahrhunderts n. Chr. über 2000 Gefäßfragmente, einen Denar und eine von der Legio XXII Primigenia gestempelte Tonplatte; Hauptfund war das Skelett eines jungen Mannes, der durch einen Schwertieb am Kopf starb.
Der See ist seit 2003 ein geschütztes Naturschutzgebiet und bietet Lebensraum für spezialisierte Pflanzen und Tierarten. Die Schwarzerlen-Bestände prägen das Landschaftsbild und zeigen, wie natürliche Lebensräume in der Nähe der Stadt erhalten bleiben.
Der Rohsee liegt am Nordwestrand des Frankfurter Stadtwaldes im Stadtteil Schwanheim; erreichbar ist er über den Rohseeweg, der wenige Meter vom Westufer verläuft. Der Wasserstand schwankt mit dem Grundwasser, das Gewässer kann zeitweise fast trockenfallen, sodass Uferlinie und Übergang zur Riedwiese von Jahr zu Jahr anders verlaufen. Seit 2003 ist das umliegende Waldgebiet nach der FFH-Richtlinie der EU geschützt.
Bei niedrigem Wasserstand werden die erhöhten Wurzelsysteme der alten Schwarzerlen sichtbar, die sich über Jahrhunderte hinweg durch regelmäßige Schlägerungen erneuert haben. Diese Sichtbarkeit bietet einen seltenen Einblick in die jahrhundertealte Beziehung zwischen menschlicher Nutzung und natürlicher Regeneration.
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