Roter Turm, Mittelalterlicher Turm in Halle (Saale), Deutschland.
Der Rote Turm ist ein freistehender spätgotischer Uhr- und Glockenturm auf dem Halleschen Marktplatz, aus rauem grauem Stein errichtet. Sein quadratischer Unterbau von etwa 10 auf 15 Metern trägt zwei schwarze Zifferblätter mit goldenen römischen Zahlen; darüber erheben sich Spitzbogenfenster und ein achteckiger Glockengeschoss mit steilem dunklem Dach, Eckfialen und kleiner Spitze. Er ist 80,7 Meter hoch.
Der Bau des Roten Turms als Glockenturm der Marienkirche begann 1418, belegt durch eine in vier Metern Höhe in Stein gehauene Inschrift, und wurde am 24. Juli 1506 vollendet. Nach einem Brand durch Artilleriebeschuss im April 1945 wurde er wiederhergestellt, die Turmspitze erst 1975. Heute beherbergt er das Europa-Carillon, das größte Glockenspiel Europas.
Der Name des Turms geht wohl auf das an seinem Fuß abgehaltene Blutgericht zurück, dessen Symbol die seit 1547 dort stehende Rolandsfigur war. Der heutige steinerne Roland von 1719 ist unter den deutschen Rolandfiguren die einzige ohne Rüstung. Seit 1993 erklingt vom Turm das Europa-Carillon, das größte Glockenspiel Europas mit 81 Bronzeglocken.
Der Turm steht auf dem Marktplatz, fast genau im Zentrum von Halle, und wird zu Fuß von der Altstadt aus erreicht; eine Aussichtsplattform zum Besteigen gibt es nicht. Besucher kommen auf den Platz, um ihn von außen zu sehen. Das Glockenspiel mit seinen 81 Bronzeglocken ist zwischen 8 und 22 Uhr zu hören.
Der Turm beherbergt das Europa-Carillon, das größte Glockenspiel Europas, mit 81 Bronzeglocken und insgesamt 46.500 Kilogramm Gewicht. Gegossen in Apolda und Karlsruhe, wurde es 1993 während der Händel-Festspiele eingeweiht und erklingt zwischen 8 und 22 Uhr.
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