Schloss Türnich, Barockschloss in Kerpen, Deutschland
Schloss Türnich ist ein spätbarockes Lustschloss, das von 1757 bis 1766 errichtet wurde, wohl nach Plänen Michael Leveillys. Das hellgraue Herrenhaus hat drei Geschosse mit hohen Rechteckfenstern, einen vorspringenden Mittelrisalit mit aufgesetztem Rundturm und ein dunkles Mansarddach mit Gauben sowie zwei Backsteinschornsteinen. Torbau, Kapelle und englischer Landschaftsgarten ergänzen die Anlage.
Das ursprüngliche mittelalterliche Wasserschloss wurde zuerst 898 erwähnt und lag strategisch zwischen dem Herzogtum Jülich und dem Kurfürstentum Köln. Die Lage zwischen zwei Machtbereichen prägte seine Entwicklung über die Jahrhunderte hinweg.
Die der heiligen Elisabeth geweihte Kapelle ließ Franz-Eugen von Hoensbroech 1895 als Gedenkstätte für seine jung an Tuberkulose verstorbene Frau Hermenegilde errichten. Der Architekt Heinrich Krings behielt eine neubarocke Fassade bei, gestaltete das Innere aber nach romanischen Vorbildern, mit fast 90 Marmorarten; der Altar vereint Carrara-Marmor, Porphyr, Onyx und Alabaster. Ein Westfenster mit Rosette zeigt das Rosenwunder.
Der englische Landschaftsgarten ist in Privatbesitz, aber kostenlos öffentlich zugänglich; zum Schloss gehört ein Café mit Bio-Produkten. Das Herrenhaus ist seit 1979 wegen Grundwasserabsenkung geschlossen, sodass sich ein Besuch auf den Park und die Kapelle von 1895 statt auf die Innenräume beschränkt.
Die Restaurierung des Schlosses begann 2009, nachdem der Grundwasserspiegel durch den nahe gelegenen Kohlebergbau stark gesunken war und erhebliche Schäden an den Gebäuden verursacht hatte. Diese Wiederherstellung war notwendig, um die historische Struktur vor weiteren Schäden zu bewahren.
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