Marienfeld, Ehemaliges Braunkohletagebaugebiet nahe Köln, Deutschland
Das Marienfeld ist eine 260 Hektar große Ackerfläche auf dem rekultivierten Gelände des Braunkohletagebaus Frechen, in dem von 1952 bis 1986 Kohle aus 250 Metern Tiefe gefördert wurde. Es liegt westlich von Köln im Rhein-Erft-Kreis, begrenzt im Norden vom Fürstenberggraben und im Süden vom Industriegebiet Kerpen-Türnich. In der Mitte erhebt sich der Papsthügel, eine 10 Meter hohe Erdaufschüttung mit 15.000 Quadratmetern Grundfläche und einer 3.500 Quadratmeter großen oberen Plattform.
Von 1952 bis 1986 wurde hier Braunkohle aus 250 Metern Tiefe gefördert; ab 2003 wurde der Tagebau verfüllt und rekultiviert. Die 260 Hektar große Ackerfläche wurde ab September 2004 für den Weltjugendtag hergerichtet, der Papsthügel nach dem Spatenstich am 31. März 2005 aufgeschüttet. Nach dem Rückbau der Anlagen bis Dezember 2005 blieb der Hügel erhalten.
Der Name Marienfeld verweist auf eine um 1420 aus französischem Kalkstein geschaffene Pietà, die lange Ziel von Pilgern war. Die Statue stand in der Kapelle von Alt-Grefrath, ab 1730 in der Klosterkirche Bottenbroich; nach deren Abriss 1948 kam sie in die Kirche von Frechen-Grefrath, etwa 2 km entfernt. Ein bei der Einweihung des Geländes am 10. Oktober 2004 gesegnetes zehn Meter hohes Holzkreuz erinnert an diese Wallfahrtsgeschichte.
Das Feld ist leicht zu Fuß zu erkunden, wobei der Hügel einen guten Aussichtspunkt bietet, von dem aus man das gesamte Gelände überblicken kann. Der Platz ist offen und weitläufig, daher sollte man bei heißem oder windigem Wetter Schutz mitbringen.
Der zentrale Hügel wurde durch eine bemerkenswerte Bautätigkeit erschaffen, bei der Tausende von Lastwagenfahrten notwendig waren, um die erforderliche Erdmenge zu transportieren. Diese Konstruktion entstand in relativ kurzer Zeit, um ein spezifisches großes Ereignis zu ermöglichen.
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