Franziskanerkloster Paderborn, Franziskanerkloster in Paderborn, Deutschland
Das Franziskanerkloster Paderborn ist eine Barockanlage an der Westernstraße, ab 1663 (Konventsgebäude) und 1668 (Kirche) im italienischen Stil errichtet; 1728 kam ein „Fürstenflügel“ mit Krankenabteilung und Hörsaal hinzu. Die der Straße zugewandten Fassaden überstanden den Bombenangriff vom 27. März 1945; die Kirche war 1948 wieder nutzbar, das Klostergebäude drei Jahre später.
Um 1232 entstand auf dem Kamp ein erstes Franziskanerkloster, urkundlich 1235 erwähnt und in der Reformation aufgehoben; die letzten Brüder verließen es 1530. 1658 siedelten sich Franziskaner-Observanten der Sächsischen Provinz in der Westernstraße an, in einem Haus, das der Bürger Hermann Georg Rickwin gestiftet hatte; sie zogen am 31. März 1658 ein. 1663 wurde der Grundstein des Konvents gelegt, 1668 der Kirche; es entstand eine Barockanlage im italienischen Stil. Am 29. Juli 1875 im Kulturkampf aufgehoben, kehrten die Brüder 1887 zurück; am 27. März 1945 brannten die Gebäude aus und wurden wieder aufgebaut, die Kirche war 1948 wieder nutzbar.
Das Kloster ist heute noch ein Ort des Glaubens, wo Besucher die Stille und das Gebetsleben der Franziskaner erleben können. Die Räume tragen die Spuren dieser religiösen Tradition in ihrer schlichten Einrichtung und dem ruhigen Rhythmus des Alltags.
Die Klosterkirche an der Westernstraße ist der für Besucher zugängliche Teil; die Konventsgebäude selbst sind nicht öffentlich. Die italienische Barockfassade und die Anlage wurden nach dem Bombenangriff vom 27. März 1945 wiederhergestellt, bei dem nur die der Westernstraße zugewandten Fassaden stehen blieben. Im Kloster finden regelmäßig geistliche Vorträge, Konzerte und Ausstellungen statt.
Hier studierte der als Märtyrer gestorbene Franziskaner Elpidius Markötter (1911–1942) Theologie. Das Kloster beherbergte zudem ein Ordensstudium der Saxonia für dogmatisch-scholastische Theologie, und um 1800 leiteten die Franziskaner die Paderborner Normalschule. 1811 wohnten 15 Patres und sechs Laienbrüder im Konvent.
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