Steiff-Fabrikhalle, Spielzeugfabrik und Museum in Giengen an der Brenz, Deutschland.
Die Steiff-Fabrikhalle ist eine 1903 errichtete Fabrikhalle der Margarete Steiff GmbH in Giengen an der Brenz, bekannt als Osthalle oder „Jungfrauenaquarium“. Ihre Fassaden sind zweischalige, nichttragende Glas-Eisen-Curtain-Walls, die eine innenliegende Stahlkonstruktion umhüllen; an der Fassade lag früher eine Rampe. Eine flache, geschlossene Brücke mit gitterartig verglastem Aufbau und Schildern für Alligator und Steiff überspannt die Zufahrt zwischen den Gebäuden.
Margarete Steiff gründete das Unternehmen 1880 mit der Herstellung von Filzspielzeug, das schnell beliebt wurde. 1902 entstand hier der erste Teddybär mit beweglichen Gelenken, eine Innovation, die das Spielzeuggeschäft veränderte.
Die verglaste Halle erhielt den volkstümlichen Namen „Jungfrauenaquarium“, weil dort vorwiegend unverheiratete Frauen arbeiteten. Im Sommer wurden die Fassaden mit Kalkfarbe bestrichen, damit sich das Gebäude nicht zu sehr aufheizte; später im Jahr wurde die Farbe wieder abgewaschen.
Das Gebäude ist ein genutzter Bürostandort und nicht für Besucher geöffnet; das 1980 hier eröffnete erste Steiff-Museum zog 2005 in einen Neubau um. Die Rampe an der Fassade, über die Margarete Steiff im Rollstuhl Zugang hatte, ist von der gepflasterten Zufahrt aus zu sehen. Die Brücke über der Zufahrt trägt die Schilder Alligator und Steiff.
Der Architekturkritiker Falk Jaeger schrieb, die Osthalle lasse Walter Gropius' berühmtes Fagus-Werk in Alfeld an Konsequenz weit hinter sich. 2011 stellte Axel Föhl den Ostbau im Jahresheft des ICOMOS als möglichen Kandidaten für eine Welt- bzw. Europaerbe-Nominierung vor.
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