Havelberger Dom, Lutherische Kathedrale in Havelberg, Deutschland.
Der Havelberger Dom ist eine romanische Kathedrale auf einem Hügel am Rand der Altstadt von Havelberg in Sachsen-Anhalt. Das Gebäude hat drei Schiffe, deren untere Wände noch aus der romanischen Bauzeit stammen, während das Gewölbe im gotischen Stil ergänzt wurde.
König Otto I. gründete das Bistum Havelberg im Jahr 946, und der Bau der Kathedrale begann im Jahr 1147. Die Weihe erfolgte 1170, in einer Zeit, als deutsche Siedler und Kirchenleute die Region östlich der Elbe erschlossen.
Die Grisaillefenster im Langhaus stammen von um 1300 und sind in Grautönen statt in bunten Farben gehalten. Das Chorgestühl aus Eiche und drei Sandsteinleuchter stammen aus derselben Zeit. Die 20 Reliefs und 14 Sandsteinskulpturen am Lettner, Anfang des 15. Jahrhunderts entstanden, werden einem Bildhauermeister der Parlerschule zugeschrieben und zeigen Szenen aus dem Leben Jesu.
Der Dom steht auf dem Bischofsberg über der Havel und ist von der Altstadt aus über einen kurzen Anstieg zu Fuß erreichbar. Das 1904 eröffnete Prignitz-Museum befindet sich nicht im Dom, sondern im ehemaligen Klostergebäude; Kirche und Museum sind also zwei getrennte Stationen. Der Dom ist eine Station der Straße der Romanik und gehört seit 1996 der Domstiftung Sachsen-Anhalt.
Der Zinnenkranz des Westbaus in etwa 22 Metern Höhe führte im 19. Jahrhundert zu der Annahme, er sei ein Wehrbau gewesen, und seine Lichtschlitze wurden als Schießscharten gedeutet. 1997 wies der Burgenforscher Reinhard Schmitt nach, dass der Westbau von Anfang an ein ebenerdiges Portal und drei breite Durchlässe zum Langhaus besaß.
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