Haus Alvinghof, Denkmalgeschütztes Herrenhaus in Bösensell, Senden, Deutschland.
Haus Alvinghof ist ein zweigeschossiges, siebenachsiges Herrenhaus aus Sichtziegelmauerwerk unter einem Walmdach, das Johann Conrad Schlaun ab 1751 errichtete. Die Wandflächen gliedert ein Rahmensystem in Mauerstreifen; die Portalachse des Hofes ist in Baumberger Sandstein gefasst, wobei das Wappenfeld in Bosse blieb, während die Gartenseite einen dreiachsigen Mittelrisalit aufweist. Ein Fachwerk-Wagenhaus und ein um 1900 in Ziegel erneuertes Bauhaus begrenzen den Hof in leichter Schrägstellung.
Haus Alvinghof ist erstmals 1381 als unregelmäßige, von einer Gräfte umgebene mittelalterliche Wasserburg belegt. 1749 erwarb der fürstbischöfliche Vicekanzler und Archivarius Friedrich Christian von und zur Mühlen das Anwesen aus dem Konkurs des Clemens August von Kerckerinck zur Borg. Er beauftragte Johann Conrad Schlaun, der zuvor für ihn das benachbarte Haus Ruhr umgebaut hatte; 1751 wurde das Torhaus niedergelegt und der Neubau errichtet.
Das Haus zeigt die Entwicklung von Wohngebäuden in der Region, die ursprünglich als Schutzbauten konzipiert waren und später in elegante Adelssitze umgewandelt wurden. Man sieht diese Veränderung noch heute in den verfeinerten Details des Hauses.
Haus Alvinghof liegt in Bösensell, einem Ortsteil der Gemeinde Senden im Kreis Coesfeld. Herrenhaus und Wirtschaftshof sind Privatbesitz und daher von der öffentlichen Straße aus zu betrachten; den Hofraum begrenzen das Fachwerk-Wagenhaus und das um 1900 in Ziegel erneuerte Bauhaus.
Das Wappenfeld am Hofportal ist in Bosse verblieben, also unfertig, während der Rahmen aus Baumberger Sandstein gearbeitet ist. Die rückwärtige Fassade zeigt dagegen drei Fensterachsen als Mittelrisalit. Das in Fachwerk ausgeführte Wagenhaus und das um 1900 in Ziegel erneuerte Bauhaus stehen leicht schräg zueinander, wodurch der Hofraum größer wirkt.
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