Mordkreuz, Sühnekreuz in Tilbeck, Havixbeck, Deutschland
Das Mordkreuz der Mersche von Tilbeck ist ein stark verwittertes Sühnekreuz aus Baumberger Sandstein am Beginn des Hohlwegs Baumberger Ludgerusweg zwischen Schapdetten und dem Stift Tilbeck. Mit eisernen Klammern ist es auf einem zweistufigen Sockel befestigt: Die untere Betonstufe stammt von der Umsetzung beim Straßenausbau, die obere wohl von der Erneuerung 1764. Die noch entzifferbare Inschrift beginnt mit INRI und nennt das Jahr 1164.
Das Kreuz wurde nach einem Mord im Jahr 1164 errichtet und trägt die Erinnerung an dieses Verbrechen in eingemeißelten Zeichen. Im 18. Jahrhundert wurde das Denkmal instandgesetzt und teilweise erneuert, wobei es bis heute erhalten blieb.
Der Name Mordkreuz hält die Sage von einer „Meierschen“ aus Tilbeck wach, die nach einem Gastwirtschaftsbesuch der Überlieferung nach von Landsknechten beraubt und ermordet wurde. Die Täter hatten sie zuvor in einem vollen Beutel nach Geld kramen sehen und ihr aufgelauert; der Beutel enthielt jedoch nur Nägel. Solche Kreuze wurden als Sühnekreuze gesetzt, ein Brauch der Sühne für eine Tötung.
Das Denkmal liegt neben einem Wanderweg in der Nähe der Baumberge und ist von der Straße aus gut sichtbar. Besucher sollten darauf achten, dass der Ort zu Fuß am besten erreichbar ist und die Gegend flach und einfach zu begehen ist.
Beim Straßenausbau wurde das Kreuz um einige Meter versetzt und steht heute am Beginn des Hohlwegs Baumberger Ludgerusweg. Die verwitterte Inschrift nennt die Erneuerung von 1764, das „RebORHReT“ des Kreuzes von 1164, und bezeichnet die Getötete als „Meiersche“ aus Tilbeck.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.695 Mitwirkenden weltweit.