Heisterburg, Mittelalterliche Ringburg in Bad Nenndorf, Deutschland
Die Heisterburg ist eine ringförmige Befestigung aus dem Mittelalter in Bad Nenndorf, die mit Wällen und Gräben angelegt wurde. Die Anlage zeigt zwei Eingänge mit charakteristischen Torhäusern und stammt aus einer Zeit, als solche Anlagen der lokalen Verteidigung dienten.
Die Heisterburg ist eine Wallburg des 10. bis 11. Jahrhunderts; sie liegt je zur Hälfte auf dem Gebiet der Samtgemeinde Nenndorf und der Stadt Rodenberg. Die Anlage befindet sich an der früheren Grenze zwischen den mittelalterlichen Gauen Bukkigau und Marstemgau, heute zwischen der Region Hannover und dem Landkreis Schaumburg. Ausgrabungen fanden 1887, 1891–92 und 1929–32 statt; dabei wurde 1891 die Steinmauer innerhalb des Walls der Hauptburg freigelegt.
Eine schriftliche Überlieferung zur Heisterburg gibt es nicht; der Name ist aus alten Flurkarten bekannt, in denen das Gelände 1574 als „hoiser Burch“, 1651 als „Hoisburg“ und 1840 als „Heuser Burg“ erscheint. Der Wortstamm Hoyer leitet sich vom alten Wort hoye für Hütung ab, der Name bezeichnet also eine erhöht gelegene Wächterburg. Eine andere Deutung bezieht ihn auf den jungen Buchenwald um die Wälle.
Die Wälle liegen im Wald nahe dem Kamm des Deisters auf etwa 330 m über NN, etwa auf halbem Weg zwischen Feggendorf und Bad Nenndorf; die Anlage liegt auf der Grenze zwischen der Region Hannover und dem Landkreis Schaumburg. Seit 2011 untersagen Schilder auf den Wällen Grabungen und Mountainbiking. Wege queren den 2 m hohen, 10 m breiten Wall und den verfüllten Graben, der einst etwa 8 m breit und 2,5 m tief war.
Archäologische Untersuchungen haben Spuren von Eisenverarbeitung und Handwerk aus der Mittelalterzeit freigelegt. Diese Funde zeigen, dass die Anlage nicht nur militärischer Natur war, sondern auch wirtschaftliche Aktivitäten beherbergte.
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