Heidenwall, Mittelalterliche Ringwallanlage in Oldenburg, Deutschland
Der Heidenwall ist eine mittelalterliche Ringfestung bei Oldenburg mit einer kreisförmigen Struktur aus Holzfundamenten und Erdwällen von etwa 54 Metern Durchmesser. Das Bauwerk erhebt sich vom Boden wie eine natürliche Erhebung und zeigt die typische Verteidigungsweise dieser frühen Periode.
Archäologische Ausgrabungen im Jahr 2007 zeigten, dass die Festung bis ins Jahr 1032 zurückreicht, wobei weitere Befestigungen um 1042 während einer zweiten Bauphase hinzugefügt wurden. Diese zwei Bauphasen deuten auf eine wiederholte Notwendigkeit hin, die Verteidigungsanlage zu verstärken und zu erneuern.
Der Name Heidenwall entstand, weil nachfolgende Generationen der Region den ursprünglichen Zweck und die Bestimmung der Festung vergaßen. Die Bezeichnung bewahrt heute eine vage Erinnerung an die heidnische Vergangenheit, obwohl die genaue Bedeutung längst verloren ging.
Die Reste des Walls liegen im Osten Oldenburgs zwischen einem Gewerbegebiet, dem Hemmelsbäker Kanal und der Hunte; oberirdisch ist nichts zu sehen, der Ort taugt nicht für einen Spaziergang. Das Gelände ist niedrig und war früher moorig; die Umrisse wurden über Bewuchsmerkmale in der Vegetation erkannt. Zum Verständnis helfen alte Karten, etwa der Deichatlas von Musculus von 1625/26.
Man hielt die Anlage durch Kanal- und Deichbau für zerstört, und sie fehlte im Verzeichnis der Kulturdenkmäler Niedersachsens. Der Historiker Martin Teller lokalisierte sie anhand alter Karten und Luftbilder, auf denen Bewuchsmerkmale den Ring nachzeichneten. Als 2006 ein 29 Hektar großes Gewerbegebiet geplant wurde, alarmierte er das Landesamt für Denkmalpflege; im Mai 2007 folgte eine Rettungsgrabung.
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